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Die zukünftige Gesundheitsversorgung im Blick

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege, 

Sachsen-Anhalt hat ein leistungsfähiges Gesundheitswesen. Das wissen wir, das erleben wir täglich. Es hat bislang vieles gemeistert: Krisen, die demografische Entwicklung, finanzielle Belastungen. Weil Menschen in der medizinischen Versorgung und Betreuung Verantwortung übernehmen. Weil Heilberufe und Krankenkassen vor Ort es als ihre Aufgabe ansehen, heute die Gesundheit der Menschen im Land sicherzustellen. 

Ein guter und verlässlicher Partner ist in den zurückliegenden Jahren die Landespolitik gewesen. 

Nun hat Sachsen-Anhalt gewählt. Wir hoffen sehr, den bisherigen Weg gemeinsam mit der neuen Landesregierung weitergehen zu können.

In einer gemeinsamen Erklärung von Heilberufsvertretungen, -verbänden und gesetzlichen Krankenkassen in Sachsen- Anhalt, die an Politik und Öffentlichkeit gegangen ist, betonen wir, wie wichtig und bedeutsam eine gemeinsame Verantwortung für eine starke, effiziente und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung im Land ist.

Um die Herausforderungen der Zukunft im Sinne beider Seiten – als Leistungserbringer oder als Patient – bewältigen zu können, muss es Ziel von Politik, Heilberufen und Krankenkassen sein, die Gesundheitsversorgung gemeinsam zu stärken.

Ja, wir werden neue Wege gehen und es wird Reformen geben müssen. Aber bitte im sachlichen, konstruktiven Miteinander und mit klarem Blick für die Versorgungsrealität.

Es gibt jedoch Prinzipien, von denen wollen und von denen werden wir nicht abgehen. Das haben wir in der Erklärung auch gemeinsam mit den anderen Mitzeichnern bekundet. Dazu gehört eine verlässliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Politik, Heilberufen und Krankenkassen. Dazu gehört eine starke Selbstverwaltung. Dazu gehört ein Gesundheitswesen, das gerecht in der Lastenverteilung, dem Bedarf entsprechend in der Versorgung und weltoffen in der Fachkräftesicherung ist. Dazu gehören verlässliche Rahmenbedingungen, Planungs-und Investitionssicherheit.

Apropos Weltoffenheit: Wenn Sie aus unserem Haus, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, E-Mail-Post erhalten, wird Ihnen der Zusatz unter der persönlichen Signatur auffallen:

Wer kümmert sich um dich?
Menschen. Nicht Herkunft.
Mehr unter: www.menschen-nichtherkunft.de

Wie eingangs geschrieben, funktioniert unser Gesundheitssystem nur, weil Menschen jeden Tag Verantwortung übernehmen – viele von ihnen mit internationalen Wurzeln. In vielen Regionen des Landes wäre eine flächendeckende Versorgung ohne ausländische Kollegen nicht mehr sicherzustellen. Sie tragen unter anderem maßgeblich dazu bei, Praxen offen zu halten und Wartezeiten für Patienten zu begrenzen.

Die Kampagne “Wer kümmert sich um dich? Menschen. Nicht Herkunft.” macht darauf öffentlich aufmerksam und setzt ein Zeichen für Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt. Wir als Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt unterstützen diese Kampagne und möchten dies mit dem Zusatz unter den KVSA-E-Mail-Signaturen einmal mehr unterstreichen.

Werte Kolleginnen und Kollegen,
das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bedeutet für Sachsen-Anhalts Praxen eine Minderung der Vergütung von etwa 58 Millionen Euro, weil Leistungen gestrichen und neue Leistungsbegrenzungen eingeführt werden. Zusätzlich, denn schon jetzt werden Leistungen in Höhe von 80 Millionen Euro pro Jahr von den Krankenkassen nicht vergütet. Geht es nach dem GKV-Spitzenverband, wären die Vergütung für die Befüllung der ePA und die fachärztlichen Zuschläge auf die Grundpauschale im Rahmen von dringenden Terminvermittlungen (TSVG-Regelungen) ab sofort eingestellt worden. Doch der Erweiterte Bewertungsausschuss hat festgelegt, dass
diese bis Ende des Jahres zu erfolgen haben. Das heißt, die ePA- und TSVG-Vergütungen können bis Jahresende 2026 abgerechnet werden.

Nutzen Sie das! Im Sinne Ihrer Kollegen und Ihrer Patienten. Jeder Kollege, der Ihre Patienten nach Ihnen behandelt, schaut gern in eine gut (erst)befüllte elektronische Patientenakte. Jeder Patient freut sich, wenn er zeitnah einen Termin beim Facharzt vermittelt bekommt – und Sie dies auch entlohnt bekommen.

Jörg Böhme, Nadine Waldburg, Mathias Tronnier

PRO

Offizielles Mitteilungsblatt der KV Sachsen-Anhalt