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ENDO-EVE

Endometriose effektiv erkennen und behandeln

Im Rahmen eines Innovationsfonds-Projektes, an welchem die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt sowie die AOK Sachsen-Anhalt, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und die Techniker Krankenkasse beteiligt sind, wurde zum 1. Juli 2026 der Vertrag zur Besonderen Versorgung nach § 140a SGB V “Endometriose effektiv erkennen und koordiniert ganzheitlich therapieren (ENDO-EVE)” abgeschlossen. 

Ziel des Vertrags ist es, die Versorgung für Frauen mit Verdacht auf Endometriose zu verbessern. Unnötige Leistungsinanspruchnahmen sollen vermieden und Behandlungsabläufe optimiert werden. Dazu wird ein Früherkennungsprogramm für Endometriose auf Basis von medizinischen und PRO-Daten (Patient Reported Outcomes-Daten) beim niedergelassenen Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologe) etabliert. Bei Verdacht auf Endometriose erfolgt die Weiterleitung an das Endometriosezentrum im Universitätsklinikum Halle (Saale), welches interdisziplinär mit gynäkologischer, psychologischer und schmerztherapeutischer Expertise zusammenarbeiten. Den Patientinnen wird zusätzlich die Teilnahme an einem interdisziplinären Digital Health Companion- und Coachingprogramm ermöglicht, welches gleichzeitig zur Erprobung des digital-unterstützten Behandlungsprogramms beiträgt.

Zusammenfassend besteht das Programm aus:

  1. Frühere Erkennung von Endometriose-Verdachtsfällen durch ein standardisiertes „Endo-Assessment“ in gynäkologischen Facharztpraxen 
  2. Strukturierte und schnelle Weiterleitung der Patientinnen an ein spezialisiertes Endometriosezentrum, teilweise mit telemedizinischer Unterstützung
  3. Digitales Begleitprogramm (App) mit Informationen zu Schmerzmanagement, Ernährung, Bewegung und psychischer Gesundheit, Erfassung von Beschwerden, Lebensqualität und Therapieerfolg direkt durch die Patientinnen. Die Daten können von den behandelnden Zentren genutzt werden, um Therapien besser anzupassen.

Kurz gesagt: ENDO-EVE ist kein einzelnes Therapieprogramm, sondern ein neues Versorgungsmodell, das gynäkologische Praxen, Endometriosezentren und eine digitale Patienten-App miteinander vernetzt, um Endometriose früher zu erkennen und gezielter zu behandeln.  

Ablauf ENDO-EVE

Informationen

  • Erkrankungsbereich: Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren mit endometriose-typischen Beschwerden 
  • Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen
  • Regionen: Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt

  • Identifikation von geeigneten Versicherten durch Prüfung der Ein- und Ausschlusskriterien 
  • Aufklärung und Information der teilnahmeberechtigten Versicherten zu den Vertrags- und Studieninhalten sowie Aushändigung der Teilnahme- und Einwilligungserklärung sowie der Versicherteninformation
  • Archivierung der unterzeichneten Teilnahme- und Einwilligungserklärung in der Praxisdokumentation und Aushändigung einer Kopie an die Versicherte
  • Durchführung des Endo-Assessments mittels Fragebogen in der Interventionsphase 
  • Bei einem begründeten Verdacht auf Endometriose erfolgt eine Überweisung mit einem Rückmeldebogen in der Kontrollphase oder dem Endo-Assessmentbogen in der Interventionsphase an ein teilnehmendes Endometriosezentrum 
  • Übermittlung der Unterlagen via KIM 

Die Teilnahme ist freiwillig. Teilnahmeberechtigt sind bei den teilnehmenden Krankenkassen versicherten Frauen, die die aufgeführten Ein- und Ausschusskriterien erfüllen: 

  • Alter von 18 bis 50 Jahren,
  • Verdachtsdiagnose der Endometriose vorliegend,
  • App-fähiges Endgerät (Betriebssystem Android mit der Version ≥7 und installiertem Google Play Store oder iOS Version ≥15) vorhanden,
  • ausreichende Deutschkenntnisse
  • ausgeschlossen sind Personen, die bereits wegen einer Endometriose in ärztlicher Behandlung sind

Die Patientinnen erhalten zunächst nach einer zufälligen Auslosung die Möglichkeit an dem digitalen Begleitprogramm teilzunehmen. Dafür werden sie per Zufallsprinzip in eine Wartegruppe (erhält digitales Begleitprogramm nach 24 Wochen) oder in eine von zwei Interventionsgruppen (erhält sofort digitales Begleitprogramm) eingeteilt. Diese Gruppen können nicht getauscht werden. Die Laufzeit beträgt dabei in jeder der beiden Gruppen jeweils 24 Wochen. Während dieser Zeit beantworten die Patientinnen über die App regelmäßig Fragebögen zu ihrem Befinden. 

Die Interventionsgruppen bekommen sofort Zugang zu allen Inhalten der ENDO-EVE-App. Diese enthält Ratgeber, Versorgungspläne und Lernprogramme. Enthalten sind darüber hinaus acht Lerneinheiten zu verschiedenen Themengebieten wie beispielsweise Ernährung oder Schmerzen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit den Zyklus zu dokumentieren und ein Symptomtagebuch zu führen. Eine Interventionsgruppe erhält zusätzlich über die App Zugang zu Coaching mit Schmerz- und Psychotherapeuten.

Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die Erbringung und die Abrechnung der Leistungen ist im Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis zum 29. Februar 2028 möglich.