So startet das neue Jahr
Sehr geehrte Kollegin,
sehr geehrter Kollege,
wir hoffen, Sie sind gut ins neue Jahr gekommen und wünschen Ihnen und Ihren Praxisteams alles Gute.
Wir, das ist der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt in neuer Konstellation. Dr. Nadine Waldburg folgt auf Dr. Holger Grüning. Fachärztin folgt auf Facharzt. Somit bleibt es im Vorstand ausgewogen. Wir werden uns auch weiterhin als Vorstandsteam für Ihre Belange einsetzen und in Ihrem Sinne handeln.
Aktuell beschäftigen uns zwei geplante Gesetze besonders:
Zum einen die Notfallreform.
Dass die Notfallversorgung überarbeitet werden muss, steht außer Frage. Doch geht es nach dem Bundesgesundheitsministerium, soll dies auf den Rücken der Vertragsärzte erfolgen. Entlastung des stationären Bereichs durch Belastung des ambulanten Bereichs. Das kann und wird nicht funktionieren!
Wie auch? Welche Ärzte sollen neben und vor allem während der Sprechzeiten in den Praxen Dienste in Integrierten Notfallzentren übernehmen, rund um die Uhr ein telefonisches, videounterstützes Versorgungsangebot sowie aufsuchende Dienste absichern. Die Ärzte, die uns heute schon in der Versorgung fehlen? Und wie soll das alles finanziell untersetzt werden? Die jetzigen Pläne sind zu kurz gedacht und leider wieder einmal ohne die Situation im ambulanten Bereich zu berücksichtigen.
Was es braucht, ist eine verbindliche und klare Steuerung der Patienten. Werden sie von Anfang an in die für ihre Beschwerden richtige Versorgungsebene geleitet, wird das aus unserer Sicht die Notaufnahmen wirklich entlasten.
Zum anderen die Apothekenreform.
Der Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung hat Mitte Dezember 2025 das Bundeskabinett passiert. Die Apotheken sollen unter anderem mehr Prävention betreiben, mehr Impfungen und Schnelltests vornehmen, bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel abgeben können. Für uns völlig unverständlich, denn dies sind ganz originäre ärztliche Leistungen.
Jeder Vertragsarzt hat seinen „Apotheker des Vertrauens“. Suchen Sie das Gespräch miteinander, finden Sie gemeinsam einen Weg, mit dem beide Seiten gut leben können. Nichts muss umgesetzt werden, nur weil ein Gesetz den möglichen Spielraum lässt. Gerade in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt kommt es auf ein gutes und kollegiales Miteinander an. Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit Ihnen wissen wir, dass dies hier im Großen und Ganzen gegeben ist. Daran sollten wir festhalten.
Was werden wir 2026 für Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, verfolgen?
Auf alle Fälle die Entbudgetierung fachärztlicher Leistungen. Diese ist überfällig. Wir werden nicht müde werden, das an geeigneter Stelle immer wieder anzubringen und einzufordern. Wir werden uns weiterhin für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die ambulante Tätigkeit einsetzen – gemeinsam mit der Politik, den Krankenkassen und anderen Selbstverwaltungen.
Trotz einer erst jüngsten Erhöhung der Landarztquote auf 7,8 Prozent sprechen wir uns für eine weitere Erhöhung der Vorabquoten aus sowie die bundesweite Erhöhung der Medizinstudienplätze.
Und wir digitalisieren weiter in der KVSA-Verwaltung, um Ihnen den Praxis alltag zu erleichtern. Ein Beispiel: Ab sofort können Sie Fortbildungen online buchen.
In diesem Sinne:
Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihr Engagement, ob in der eigenen Praxis, in Anstellung, im Bereitschaftsdienst, im Rettungsdienst oder in der ärztlichen Selbstverwaltung. Lassen Sie uns weiterhin zusammenarbeiten und die ambulante Zukunft mitgestalten.
Jörg Böhme, Nadine Waldburg und Mathias Tronnier