Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Honorarverteilung

 

Grundsätze und Versorgungsziele der Honorarverteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen- Anhalt (KVSA)

 

Die KVSA nimmt auf der Grundlage des § 87b SGB V die Verteilung der vereinbarten Gesamtvergütung an die zur Abrechnung Berechtigten vor. Dafür wendet die KVSA den durch die Vertreterversammlung der KVSA im Benehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen beschlossenen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) an. Die von den Krankenkassen gezahlte morbiditätsbedingte Gesamtvergütung reicht nicht aus, um alle im vertragsärztlichen Bereich erbrachten Leistungen entsprechend dem Wert der regionalen Euro-Gebührenordnung vergüten zu können. Aus diesem Grunde sind im HVM Steuerungs- und Begrenzungsregelungen vorzusehen.

Folgende Grundsätze und Versorgungsziele liegen dem aktuellen HVM zu Grunde:

Grundsätze

Verständlichkeit

• Leicht verständliche Systematik von Regelleistungsvolumen (RLV) und Qualifikationsgebundenen
   Zusatzvolumen (QZV), Laborvolumen durch Multiplikation von vor
   Quartalsbeginn feststehenden Fallwerten und arztindividueller aktueller Fallzahl sowie Individualbudgets

• Transparente Darstellung der Honorarverteilung durch Gliederung des HVM in einen beschreibenden 
   Teil und der Darstellung der notwendigen Berechnungsschritte in Anlagen


• Darstellung der Maßnahmen und Änderungen des HVM durch Rundschreiben und im Internetauftritt 

Verteilungsgerechtigkeit

• Sicherstellung einer gerechten Honorarverteilung zwischen den verschiedenen Arztgruppen durch
   fachgruppenbezogene Honorarkontingente und innerhalb der Arztgruppen
   durch die Anwendung von RLV, QZV, Laborvolumen und Individualbudgets

• Sicherstellung der Förderung von förderungswürdigen Leistungen durch Vorwegabzüge

• Vergütung spezifischer Leistungen gemäß den Verträgen mit Krankenkassen außerhalb von RLV und QZV 

Kalkulationssicherheit

• Planungs- und Kalkulationssicherheit durch Vermeidung ständig neuer Verteilungssystematiken


• Verwendung von aktuellen Fallzahlen zur Berechnung der vor Quartalsbeginn feststehenden RLV,
   QZV und Laborvolumen um der Versorgungsrealität durch die Praxis Rechnung
   zu tragen und dem Arzt die notwendige Planungs- und Kalkulationssicherheit zu geben


• Planungs- und Kalkulationssicherheit durch Festlegung der definierten Ausgangsbasis für 
   Individualbudgets   

Rechtssicherheit

• Umsetzung der durch den Gesetzgeber und die KBV erlassenen Vorgaben zur Honorarverteilung
   unter Berücksichtigung der aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung


Versorgungsziele

Planungssicherheit

• Sicherstellung einer stabilen und bedarfsgerechten Versorgung der Patienten durch eine
   verlässliche wirtschaftliche Planbarkeit für die Praxen


• Abbildung des Leistungsgeschehens der Praxis durch Berücksichtigung der individuellen Fallzahl 
  des Abrechnungsquartals  

Verhinderung einer übermäßigen Ausdehnung

• Umsetzung der gesetzlichen Aufgabe einer Verhinderung der übermäßigen Ausdehnung der
   Tätigkeit durch versorgungsspezifische Fallzahlbegrenzungsregelungen


• Steuerung der Erbringung, der Veranlassung und des Bezugs von Laborleistungen durch Einführung
  von Laborvolumen, Individualbudgets und Vorwegabzügen zur Finanzierung von Laborleistungen
  um eine medizinisch notwendige und wirtschaftliche Versorgung mit Laborleistungen zu unterstützen 

Maßnahmen zur Förderung der Versorgung

• Förderung von Kooperationen in der Zusammenarbeit von Ärzten, zwischen Haus- und Fachärzten und  
   von der KVSA anerkannten Praxisnetzen


• Förderung der Kooperationen zur Zusammenarbeit von Ärzten, auch zwischen Haus- und Fachärzten,
  durch Berechnung eines Praxisgesamtvolumens


• Förderung der Weiterbildung von Ärzten in Weiterbildung durch Erhöhung des Gesamtvolumens


• Förderung der Ärzte bei Neuaufnahme der vertragsärztlichen Tätigkeit durch Gewährung einer
  Mindestfallzahl bei der Berechnung der RLV und QZV


• Förderung der Ärzte mit Individualbudgets bei Aufnahme der Tätigkeit durch Berechnung der
   Individualbudgets für 12 Quartale auf Basis der jeweiligen Abrechnungsquartale


• Gewährung der Möglichkeit der unbegrenzten Fallzahlsteigerung im RLV bei Hausärzten und einer
   5-prozentigen Fallzahlsteigerung der RLV-Fallzahlen im fachärztlichen Versorgungsbereich zur Abbildung
   von Veränderungen der Versorgungsrealität mit Möglichkeit der Antragsstellung bei Übernahme von
   Patienten anderer Praxen (z. B. bei Schließung oder Krankheit) im fachärztlichen Versorgungsbereich

Abbildung von Individualität in der Leistungserbringung

• Berücksichtigung von Spezifikationen in der Leistungserbringung durch die Bildung von QZV und
  deren Individualisierung durch Korrekturfaktoren


• Bildung von arztbezogenen fallzahlabhängigen Laborvolumen je Unterabschnitt des Kapitels 32 des
   EBM für durch den Arzt selbst erbrachte Laborleistungen


• Bildung von Individualbudgets je Arzt, soweit Laborleistungen des Kapitels 32 als Auftragsleistung
   erbracht werden


• Gesonderte Regelungen bei Erbringung von Präsenzlabor oder dem Bezug von Laborleistungen
   aus Laborgemeinschaften


• Individuelle Antragsmöglichkeiten bei Vorliegen von Praxisbesonderheiten