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Wanderausstellung "Systemerkrankung"

Arzt und Patient im Nationalsozialismus

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 führte zu tiefgreifenden Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen – auch im Gesundheitssystem. Anhand von Fallbeispielen wird aufgezeigt, wie sich Handlungsspielräume – besonders für jüdische Ärzte und Patienten – veränderten. 

Die Ausstellung zeigt, wie Karrieren verliefen und sich im Gesundheitssektor neue Aufgaben und Konfliktfelder ergaben. 

Wie verlief der Prozess der (Selbst-)"Gleichschaltung" der ärztlichen Standesorganisationen und der Verdrängung politisch unerwünschter sowie jüdischer Ärzte? 
Wie wurden Kriegsgefangene und Häftlinge in Konzentrationslagern medizinisch versorgt? 
Und wie versuchten Ärzte und Gesundheitspolitiker, die gesundheitliche Betreuung der deutschen Bevölkerung bis zum Kriegsende sicherzustellen?

Die Ausstellung schildert Verbrechen, die Ärzte im Namen der Medizin verübten: Zwangssterilisationen, Krankenmorde und Humanexperimente. Nicht zuletzt thematisiert sie auch wenig erforschte Felder wie das Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht im Nationalsozialismus oder die Tätigkeit des Deutschen Ärztegerichtshofs in München.

Die Wanderausstellung “Systemerkrankung. Arzt und Patient im Nationalsozialismus” präsentiert die Ergebnisse einer mehrjährigen Forschungsarbeit des Zentrums für Antisemitismusforschung im Rahmen des Projekts “KBV übernimmt Verantwortung”. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ärzteschaft, Patienten und die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands während des Nazi-Terrors zwischen 1933 und 1945.

Mehrere Jahre lang sichteten und erschlossen Wissenschaftler des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) im Auftrag der Vertreterversammlung der KBV die umfangreichen Aktenbestände der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands (KVD), der Vorgängerorganisation der KBV. Dabei wurde das größtenteils unveröffentlichte Quellenmaterial zunächst in einer Datenbank erfasst und anschließend ein Teil für die nun beginnende Wanderausstellung multimedial aufbereitet.

  • bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Rolle der Medizin, in das Arzt-Patienten-Verhältnis und die Gesundheitsversorgung in der Zeit des Nationalsozialismus
  • stellt die Verbindungen zwischen medizinischer Forschung, staatlicher Ideologie und ethischer Verantwortung heraus
  • arbeitet mit konkreten Fallbeispielen und Biografien auf rund 20 Rollup-Bannern mit Texten, Auszügen aus historischen Dokumenten und zahlreichen Fotos sowie einer Medienstation
  • ist selbsterklärend und multimedial ansprechend aufbereitet.

Serviceinformationen für Besucher

Ausstellungszeitraum: 18. August bis 29. September 2026 

Ort: Flurgalerie im Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2 in Magdeburg

Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr und ohne vorherige Anmeldung frei zugänglich.

 

Schulklassen melden sich bitte im Vorfeld unter ausstellung@kvsa.de an mit Angabe von 

  • Name der Schule
  • Klasse & Anzahl der Schüler
  • Ansprechpartner mit Kontaktdaten (E-Mail, Telefonnummer)
  • Terminwunsch: Datum und Zeitfenster 

Ansprechpartner

Heike Liensdorf

0391 627-6147
0391 627-878147