Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Zehn Jahre Mammografie-Screening in Sachsen-Anhalt 25. 10. 2017

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Etwa zehn Prozent der Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran, die meisten nach dem 50. Lebensjahr. Das Mammographie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Die Einladung der Frauen erfolgt auf Grundlage der Daten der Einwohnermeldeämter durch eine eigens dafür eingerichtete Zentrale Stelle. Das Ziel des bundesweiten Früherkennungsprogramms ist es, die Sterblichkeit an dieser Krebserkrankung deutlich zu senken.

In Sachsen-Anhalt nahmen im Oktober 2007 die Screening-Einheiten Dessau und Magdeburg ihre Tätigkeit auf, im Januar 2008 folgten die Screening-Einheiten Halle und Stendal. Von Beginn an versorgen alle vier Screening-Einheiten die ländlichen Regionen mit einem Mamma-Mobil, um die Frauen so wohnortnah wie möglich erreichen zu können.

Die Versorgung der ländlichen Regionen mit einem Mamma-Mobil ist ein Grund dafür, dass die Teilnahmequote in Sachsen-Anhalt über dem bundesweiten Wert liegt. Insgesamt wurden im Zeitraum von 2007 bis 2015 in Sachsen-Anhalt 835.675 Frauen im Rahmen des Früherkennungsprogramms untersucht.

Im Verdachtsfall werden weitere nötige Untersuchungen innerhalb des Früherkennungs-Programms durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit den beteiligten Ärztinnen und Ärzten gemeinsam besprochen.

„Die Mammographie ist derzeit die beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Auswertungen des Programms belegen, dass im Rahmen des Screenings der Anteil der entdeckten kleinen Karzinome (kleiner als 20 mm) erheblich größer ist als zu Zeiten, als es das Programm noch nicht gab. Das Mammographie-Screening ist deshalb ein wichtiges Angebot an die Frauen der betreffenden Altersgruppe“, betont Dr. Burkhard John, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Die Durchführung des Krebsfrüherkennungsprogramms erfolgt nach einheitlichen europäischen Qualitätsstandards. Regelmäßige Rezertifizierungen der Screening-Einheiten sowie eine umfassende Erhebung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse sollen das hohe Qualitätsniveau des Programms halten. So erfolgt eine Doppelbefundung der Mammographie-Bilder, d.h. jede Mammographie wird von mindestens zwei Ärztinnen oder Ärzten unabhängig voneinander begutachtet. Als Nachweis ihrer Qualifikation müssen diese pro Jahr Mammographieaufnahmen von mindestens 5.000 Frauen befunden und regelmäßig an einer Fallsammlungsprüfung teilnehmen.