Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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„Neustrukturierung des Vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes in Sachsen-Anhalt vollzogen“ 29. 09. 2014

Zum 1. Oktober 2014 hat die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt die bereits vor längerer Zeit begonnene Neustrukturierung des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes weitestgehend abgeschlossen.

Für die Patienten ist von vorrangiger Bedeutung, dass künftig der Vertragsärztliche Bereitschaftsdienst ausschließlich über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 zu erreichen ist.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist nicht mit dem Rettungsdienst zu verwechseln, den Sie bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Atemstillstand, starken Blutungen, einem Unfall oder anderen schweren Verletzungen oder wenn schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, unter der Telefonnummer 112 verständigen sollten.

Mit allen anderen akuten gesundheitlichen Beschwerden, mit denen die Patienten zu Sprechstundenzeiten eine Arztpraxis aufsuchen würden, aber die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann, können diese Patienten sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 wenden. Nach medizinischer Notwendigkeit kann dann eine vorläufige Versorgung in der Praxis des diensthabenden Arztes oder als Hausbesuch erfolgen, ggf. genügt auch eine telefonische Beratung.

In einigen Bereitschaftsdienstbereichen in Sachsen-Anhalt bestehen durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt eingerichtete Bereitschaftspraxen für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Patienten können diese Praxen ohne vorherigen telefonischen Kontakt während der Sprechstundenzeiten aufsuchen. Die Sprechstundenzeiten sind ebenfalls in der lokalen Presse zu finden. Überwiegend sind die Bereitschaftspraxen an örtlichen Krankenhäusern eingerichtet.

Bereits bekannte fachgebietliche Bereitschaftsdienste wie z.B. der augenärztliche Bereitschaftsdienst oder die in einigen Gebieten bestehenden kinderärztlichen Bereitschaftsdienstbereiche bleiben weiterhin bestehen. Hier erfolgt die Vermittlung nicht über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 sondern der diensthabende Arzt ist auf gewohntem Weg, z. B. in der lokalen Presse, zu finden.

Hintergrund der Neustrukturierung ist eine negative Arztzahlentwicklung vor allem im hausärztlichen Bereich, insbesondere außerhalb der Ballungszentren. Durch eine Vergrößerung der Bereitschaftsdienstbereiche wird erreicht, dass eine größere Anzahl von Ärzten zur Absolvierung des Vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes zur Verfügung steht. Die Einteilungsfrequenz und damit die Belastungen für den einzelnen Arzt sinken.

Parallel wurden Strukturen geschaffen, welche die Absolvierung des Bereitschaftsdienstes erleichtern, wie z. B. die Einrichtung von Fahrdiensten, die den Arzt von den Belastungen des Straßenverkehrs oder der Adresssuche entlasten. Weiterhin wird die Sicherheit für den diensthabenden Arzt erhöht. Durch solche Maßnahmen soll Sachsen-Anhalt im Wettbewerb mit anderen Bundesländern, die teilweise schon solche Strukturen umgesetzt haben, bei der Anwerbung von niederlassungswilligen Ärzten vor allem auch für den ländlichen Bereich besser bestehen können.