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Japan interessiert sich für die ärztliche Versorgung in Sachsen-Anhalt - Regierungsdelegation in Sachsen-Anhalt 09. 03. 2017

Eine Delegation japanischer Gesundheitsexperten unter Leitung von Professor Dr. Takeshi Tsuchida, Ehrenprofessor der Waseda University, informierte sich in Anwesenheit des Ersten Botschaftssekretärs und Attachés für Gesundheit und Soziale Sicherung der Botschaft von Japan in Deutschland Hirotaka Furukawa im Auftrag des japanischen Gesundheitsministeriums vom 6. bis 8. März 2017 bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) über die ambulante medizinische Versorgung. Dabei verbinden die demografische Entwicklung und die schwierige Situation der Sicherstellung der ambulanten Versorgung Japan mit Sachsen-Anhalt.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der höchsten Lebenserwartung weltweit sowie stark ansteigender Gesundheitsausgaben sieht sich Japan veranlasst, über Änderungen in den Versorgungsstrukturen nachzudenken.

Der Delegationsleiter sowie Professor Dr. Shinji Tanaka von der Juristischen Fakultät der Niigata University und Assistant Professor Shinichi Tomioka von der University of Occupational and Environmental Health interessierten sich vor allem für Modelle und Maßnahmen zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung, insbesondere für die ältere Bevölkerung im ländlichen Raum, die Förderung der Weiterbildung im ambulanten Bereich und die Organisation des Bereitschaftsdienstes.

Der Vorstand der KVSA gab den japanischen Gästen detaillierte Einblicke in die Funktionsweise der strukturierten Versorgung und der Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten. Die Wissenschaftler waren an der hausärztlichen Versorgung besonders interessiert, da im japanischen Gesundheitssystem Hausärzte unbekannt sind, so dass die Patienten direkt Fachärzte ansteuern oder gleich das Krankenhaus aufsuchen.

Auf dem Programm der Delegation stand ferner die Besichtigung des Ambulanten Geriatrischen Senioren-Rehakomplexes in Schönebeck. Dieses interessierte die Delegation, weil die Notwendigkeit der Integration von geriatrischen Schwerpunktpraxen in die Versorgungsstrukturen aus der demografischen Entwicklung mit einem steigenden Anteil älterer, multimorbider Patienten resultiert, deren Behandlung auch den Einsatz ambulanter, multiprofessioneller Teams erfordert.

Beim Besuch von haus- und fachärztlichen Eigeneinrichtungen der KVSA, die dem sich abzeichnenden Ärztemangel entgegenwirken und drohende Unterversorgung abwenden sollen, besprachen die Delegationsteilnehmer eine Vielzahl von praxisrelevanten Themen mit den dort tätigen Ärzten.

Bei ihrem Besuch in Magdeburg trafen sich die japanischen Wissenschaftler auch mit Vertretern des Hausärzteverbandes, um über die hausärztliche Versorgung unter vertraglicher und ärztlicher Perspektive zu beraten.