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Gemeinsame Pressemitteilung: 10 Jahre Hausarztzentrierte Versorgung in Sachsen-Anhalt 12. 09. 2014

Evaluation bestätigt: Die Versorgung hat sich verbessert

Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) ist 10 Jahre nach ihrer Einführung eine feste Größe im medizinischen Versorgungsnetz Sachsen-Anhalts. Am 01. Juli 2004 schlossen die AOK Sachsen-Anhalt und die IKK gesund plus mit dem Hausärzteverband Sachsen-Anhalt e.V. und mit Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt den ersten Vertrag und sorgten damit deutschlandweit für ein Novum. Etwa 90 Prozent der Hausärzte in Sachsen-Anhalt entschlossen sich zur Teilnahme und halten dem Programm seither die Treue. Insgesamt 1.342 Ärzte und über 400.000 Versicherte sind an dem Programm beteiligt.

Bei der Hausarztzentrierten Versorgung fungiert der Hausarzt als Koordinator und Organisator der medizinischen Behandlung. Er überweist den Patienten nach der Diagnose an entsprechende Fachärzte und steuert den Behandlungsverlauf. Die Vorteile liegen in einer  verbesserten Abstimmung der Leistungen und somit einer Vermeidung von überflüssigen Doppeluntersuchungen. Die teilnehmenden Versicherten profitieren von kürzeren Wartezeiten, zusätzlichen Vorsorgeleistungen und einer organisierten medizinischen Betreuung.

Eine vom Institut für Allgemeinmedizin der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg durchgeführte Evaluation bestätigte die Erfolge dieser Versorgungsform. Die Effizienz der Behandlung wird gesteigert und die Patientenbindung verbessert. „Dies zeigt sich darin, dass bei HZV-Versicherten im Gegensatz zu nicht eingeschriebenen Patienten ein Viertel weniger stationäre Einweisungen aufgrund von Herzerkrankungen erfolgen. Zusätzlich fällt weniger häufig der Weg zum Kardiologen an, ohne grundsätzlich auf eine gute Versorgung verzichten zu müssen. Dies beweisen die in etwa identischen Verordnungszahlen“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Lichte, welcher die Evaluation wissenschaftlich begleitet hat. So ist die HZV die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Versicherten und eine sinnvolle Ergänzung der Regelversorgung.

„Sachsen-Anhalt ist bei der Hausarztzentrierten Versorgung bundesweit Vorreiter. Schon sehr früh haben sich Ärzte und Krankenkassen an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam Lösungen für regionale Versorgungsprobleme zu entwickeln. Dazu musste es auch keinen gesetzlichen Zwang geben, so wie es heute der Fall ist. Die Ergebnisse von Professor Lichte zeigen, dass wir damals den richtigen Weg eingeschlagen haben. Denn für die AOK ist das wichtigste, dass die HZV wirkt und bei den Patienten ankommt“, so Uwe Deh, Vorstand beim AOK-Bundesverband und ehemaliger Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt, der die hausarztzentrierte Versorgung mit ins Leben gerufen hat. „Es kann festgestellt werden, dass sich die gezielte Steuerung durch den Hausarzt positiv auf die Ergebnisse der Behandlung niederschlägt. Das hat nicht nur eine Qualitätssteigerung, sondern auch eine deutliche Erhöhung der Patientenzufriedenheit zur Folge“, ergänzt Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus.

Auch Dr. Burkhard John sieht sich durch die Erfolge des Programmes bestätigt. „Am Beispiel Sachsen-Anhalt kann man sehen, dass die hausarztzentrierte Versorgung gut und kontinuierlich in Zusammenarbeit des Hausärzteverbandes mit der Kassenärztlichen Vereinigung funktionieren kann und keine kostentreibenden Doppelstrukturen aufgebaut werden müssen“, so der Vorsitzende des Vorstandes der KVSA.

„Das positive Feedback der Ärzteschaft und das Vertrauen der Patienten stehen für die Bestätigung, den richtigen Weg in den letzten 10 Jahren gegangen zu sein und sind Motivation für eine weitere gute Zusammenarbeit in der Zukunft mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung.“, fügt abschließend Stefan Andrusch, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt e.V., hinzu.