Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Einführungstext

Zahl der Bereitschaftsdienstbereiche deutlich reduziert

Ansprechpartner

Thomas Steil
Abteilungsleiter
Bereitschafts- und Rettungsdienst

Tel.: 0391/627-6461
Fax: 0391/627-8459

Die Vertreterversammlung beschloss am 27. November 2013 nach mehr als einjähriger Diskussion Änderungen der Satzung und der Bereitschaftsdienstordnung für eine neue Aufstellung des allgemeinen Bereitschaftsdienstes (BD) im gesamten Land Sachsen-Anhalt zum 1. Oktober 2014.

Wichtigstes Ziel der Reform ist die Verringerung der sich gleichzeitig im Dienst befindlichen Bereitschaftsdienst-Ärzte im Land. Dies wird die Diensthäufigkeit für alle Ärzte senken. Gibt es jetzt noch 72 Bereiche, werden es zukünftig nur noch 37 Bereiche sein. Damit verringert sich auch der Bedarf an einzuteilenden Ärzten.

Notwendig wurde dies, weil im Land sehr unterschiedliche Häufigkeiten der Einteilung zum Dienst bestehen. Besondere Unterschiede gibt es zwischen Land- und Stadtbereichen. Dort, wo sehr viele Dienste im Jahr zu leisten sind, führt das zu einer erhöhten Belastung. Das ist für potentielle Praxisnachfolger unattraktiv und erschwert somit in diesen Regionen die Nachbesetzung von Praxen zusätzlich zur bereits angespannten Situation im gesamten Land. Wenn Kollegen ersatzlos ausgeschieden sind, verschärft sich die Situation in dem betroffenen Bereich, so dass er wiederum noch unattraktiver wird: Ein Teufelskreis, der nun durchbrochen wird.

Bereitschaftsdienstbereiche

Gleichzeitig wird mit dieser Bereitschaftsdienst-Reform eine Anpassung der Bereitschaftsdienstgrenzen erfolgen. Sie werden so angepasst, dass die europaweite Rufnummer 116117 für Anrufer aus dem Festnetz voll nutzbar wird. Die heute häufig notwendige Vermittlung über ein Callcenter – mit den daraus entstehenden möglichen Fehlvermittlungen – ist dann nicht mehr notwendig.

Möglich wird dies durch die Orientierung an den Vorwahlbereichen. Die eindeutige Zuordnung der Vorwahlbereiche zu einem Bereitschaftsdienstbereich ist wiederum Voraussetzung für die direkte automatische Weiterleitung der Anrufer auf das Handy der Bereitschaftsärzte. Die Option, den Patienten in die Praxis zu bestellen, bleibt auch künftig erhalten. In den Bereichen mit einer hohen Frequenz an Anrufern werden die jetzt schon bestehenden Leit- bzw. Vermittlungsstellen beibehalten.

Um die Belastung im Dienst, auch durch den zukünftig entstehenden größeren Bereich, der versorgt werden muss, zu begrenzen, werden gleichzeitig Fahrdienste eingeführt. Die Besetzung erfolgt durch Rettungssanitäter. Die Fahrzeuge werden den Notwendigkeiten der Regionen entsprechen. Die Begleitung schafft mehr Sicherheit für die diensthabenden Ärzte und kann bei der Bewältigung der Bürokratie unterstützen. Auf Anweisung des Arztes kann der Rettungssanitäter aber auch Behandlungsmaßnahmen unterstützen. Ziel bei der Besetzung der Fahrdienste wird sein, dass jeder diensthabende Arzt, der im Bereitschaftsdienstbereich wohnt, innerhalb einer angemessenen Zeit von dort abgeholt und wieder abgesetzt wird. So ist es auch schon jetzt in fast allen bisher neu strukturierten Bereichen geregelt. Die Finanzierung der Kosten der Fahrdienste erfolgt zukünftig zentral, bisher wurde in vielen Bereichen dafür eine Umlage erhoben. Erst durch diese gemeinsame und solidarische Finanzierung über die KV ist eine Umsetzung in allen Bereitschaftsdienstbereichen machbar.

In den schon nach diesem Prinzip organisierten Bereichen bestand teilweise anfangs Skepsis bezüglich der zu fahrenden Wegstrecken. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass der Dienst zu bewältigen ist, die Dienstfrequenz sinkt und die Sicherheit steigt. Lesen Sie dazu bitte auch die nachfolgenden Stellungnahmen. Sie repräsentieren auch die Bereiche, die so bestehen bleiben, wie sie jetzt organisiert sind mit teilweise nur kleineren Gebietsanpassungen in Randbereichen, in denen derzeit die Vermittlung von Anrufern über die 116117 noch nicht problemlos funktioniert.

Im Zeitraum bis Oktober 2014 werden Vorstand und Vertreterversammlung über weitergehende Maßnahmen entscheiden. Dazu gehören eine Kombination aus pauschaler Stundenvergütung
und Abrechnung gemäß EBM im Bereitschaftsdienst und einige weitergehende konkrete Regelungen für die einzelnen neu entstehenden Bereitschaftsdienstbereiche.