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Praxisbesonderheiten - besonderer Verordnungsbedarf

Praxisbesonderheiten - besonderer Verordnungsbedarf

Patienten mit besonders schweren Erkrankungen benötigen oft mehr Heilmittel. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben deshalb eine bundesweit einheitliche Liste mit Diagnosen erstellt, deren Verordnungskosten vor Einleitung eines Prüfverfahrens in vollem Umfang von dem Gesamtverordnungsvolumen abgezogen werden. Den Diagnosen sind der jeweilige ICD-10-Code sowie die Diagnosegruppe der Heilmittel-Richtlinie zugeordnet.

Bis zum 31.12.2016 wurde diese Liste unter der Bezeichnung "Liste über Praxisbesonderheiten für Heilmittel" (nach § 84 Abs. 8 SGB V) geführt.

Seit dem 01.01.2017 wird diese Diagnoseliste, ergänzt um weitere Diagnosen, als Anhang der bundesweiten Rahmenvorgaben für Wirtschaftlichkeitsprüfungen (nach § 106 b Abs. 2 SGB V) unter der Bezeichnung "Besonderer Verordnungsbedarf" fortgeführt. Einige Diagnosen, die als Praxisbesonderheit galten, wurden in die Diagnoseliste des langfristigen Heilmittelbedarfs übernommen.

Seit dem 01.01.2018 gelten inhaltliche Korrekturen in der Liste für den Diagnosekomplex "systemische Sklerosen/ Sklerodermie (M34.2, M34.8 und M34.9). Bei diesen Diagnosen wurde die Diagnosegruppe SB1 "Wirbelsäulenerkrankungen" gestrichen und durch SB7 "Erkrankungen mit Gefäß-, Muskel- und Bundesgewebsbeteiligung, insbesondere systemische Erkrankungen" ersetzt.

Seit dem 01.01.2020 gelten auch die Diagnosen des Lipödems Stadium I bis III, zunächst bis zum 31. Dezember 2025 befristet, als besonderer Verordnungsbedarf.

In Sachsen-Anhalt ist diese Liste als Anlage 8.1a Teil der Prüfvereinbarung.

KBV-Diagnoseliste Langfristiger Heilmittelbedarf/ Besonderer Verordnungsbedarf ab 1. Januar 2020

Voraussetzung für die Anerkennung der Verordnungen als Praxisbesonderheit ist der therapierelevante ICD-10-Code, der auf dem Verordnungsblatt eingetragen werden muss. Bei einigen Diagnosen ist für diese Anerkennung die Spezifizierung mittels eines zweiten ICD-10-Codes erforderlich. Das gilt jedoch nur für Indikationen im Zusammenhang mit einer postoperativen Versorgung (z.B. bei einer chronischen Instabilität des Kniegelenkes) sowie bestehenden Myelopathien oder Radikulopathien bei Bandscheibenschäden. Seit dem 01.01.2017 besteht in diesen Fällen die Möglichkeit, zwei therapierelevante ICD-10-Codes auf Verordnungsvordrucken einzutragen.

Eine Genehmigung auf Anerkennung der gelisteten Diagnoen als "Besonderer Verordnungsbedarf" durch die Krankenkassen ist nicht erforderlich!