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Langfristiger Heilmittelbedarf

Ansprechpartner

Dr. Maria-Tatjana Kunze
Tel.: 0391 627-6437
maria-tatjana.kunze@kvsa.de

Josefine Müller
Tel.: 0391 627-6439
josefine.mueller@kvsa.de

Heike Drünkler
Tel.: 0391 627-7438
heike.druenkler@kvsa.de Fax: 0391 627-872000

Langfristiger Heilmittelbedarf

Patienten mit schweren dauerhaften funktionellen/strukturellen Schädigungen benötigen langfristig medizinisch notwendigen Heilmittelbedarf. Ärzte können im Rahmen des langfristigen Heilmittelbedarfs Heilmittel entsprechend der Heilmittel-Richtlinie verordnen, ohne dass diese Gegenstand von Wirtschaftlichkeitsprüfungen sind. Diagnosen mit langfristigem Heilmittelbedarf sind in der "Diagnoseliste für langfristige Heilmittelbehandlungen" aufgeführt.

Durch den G-BA wurde das Verfahren zum langfristigen Heilmittelbedarf zum 01.01.2017 überarbeitet. Das bisherige komplexe und bürokratische Genehmigungsverfahren wurde abgeschafft. Patienten mit einem langfristigen Heilmittelbedarf müssen diesen generell nicht mehr von den Krankenkassen genehmigen lassen. Voraussetzung ist, dass die verordnungsrelevanten Diagnosen als solche gelistet sind. Die Liste über die Diagnosen mit langfristigem Heilmittelbedarf wurde ergänzt und ist seit 2017 Anlage der Heilmittel-Richtlinie

Seit dem 01.01.2017 gilt:

  • Es gibt kein gesondertes Genehmigungsverfahren mehr für den langfristigen Heilmittelbedarf bei Erkrankungen gemäß Diagnoseliste.
  • Für Diagnosen, die nicht auf der Liste stehen, können Patienten individuelle Anträge bei ihren Krankenkassen stellen. Für die Genehmigung ist es jedoch entscheidend, dass die Schädigung in Bezug auf die Schwere und Dauerhaftigkeit der funktionellen/strukturellen Einschränkung vergleichbar sein muss mit denen der Diagnoseliste. Diese Genehmigung kann unbefristet erfolgen, darf aber ein Jahr nicht unterschreiten.
  • Für Patienten mit einem langfristigen Heilmittelbedarf (laut Diagnoseliste oder mit individueller Genehmigung) können die dauerhaft notwendigen Heilmittel als Verordnungen außerhalb des Regelfalls verordnet werden, ohne dass zuvor der Regelfall durchlaufen werden muss. Gegebenenfalls erforderliche Genehmigungen (aufgrund von Verordnungen außerhalb des Regelfalls nach § 8 Abs. 4 der Heilmittel-Richtlinie) gelten als erteilt.

Seit dem 01.01.2018 ist die "ambulante Ernährungstherapie" für seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose als neues, zulasten der GKV verordnungsfähiges Heilmittel Bestandteil der Heilmittel-Richtlinie. Aufgrund der Langfristigkeit und Schwere der funktionell/strukturellen Schädigungen des Verdauungs- und Stoffwechselsystems bei seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und der zystischen Fibrose wurde auch die Diagnoseliste des langfristigen Heilmittelbedarfs ab dem 1. Januar 2018 um diese Diagnosen erweitert.

In Sachsen-Anhalt ist diese Liste als Anlage 8.2a Teil der Prüfvereinbarung.

KBV-Diagnoseliste Langfristiger Heilmittelbedarf/ Besonderer Verordnungsbedarf ab 1. Januar 2020

Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses - langfristiger Heilmittelbedarf ab 2017

Eine Genehmigung auf Anerkennung der gelisteten Diagnosen als Diagnosen mit langfristigem Heilmittelbedarf durch die Krankenkassen ist seit dem 01.01.2017 nicht mehr erforderlich!
Eine Antragstellung erfolgt nur bei vergleichbaren, nicht gelisteten Diagnosen!