Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Verordnung und Überweisung

 

Bitte geben Sie die GOP 88240 in der Abrechnung an den Tagen zusätzlich an, an denen Leistungen im Zusammenhang mit einem begründeten Verdacht auf eine SARS-CoV-2 Infektion oder eine COVID-19 Erkrankung erbracht wurden


Stand: 03.12.2020

Veranlasste Leistungen: Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie

  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) nach telefonischer Anamnese (gilt bis 31.03.2021)
    AU können per Telefon ausgestellt werden. Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengelt bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21). mehr
     
  • (Folge)Verordnungen und Überweisungen nach telefonischer Anamnese oder Videosprechstunde bei bekannten Patienten(gilt bis 31.12.2020)
              Folgeverordnungen:
    • Arzneimittel (auch BtM-Rezepte), Verbandmittel
      Hinweis: Arzneimittelverordnungen durften Vertragsärzte auch bisher schon in Ausnahmesituationen per Post an Patienten senden. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.
    • Häusliche Krankenpflege
    • Heilmittel
    • Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind sowie Zubehörteile oder Ersatzbeschaffungen (keine Seh- und Hörhilfen)
      Verordnungen:
    • Krankenbeförderung: Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten
      Überweisungen:
    • Muster 6, Muster 10
       
  • Abrechnung der Portokosten für Versand von (Folge)Verordnungen, Überweisungen und AU nach telefonischer Anamnese oder Videosprechstunde (gilt bis 31.03.2021)
    •  mit Pseudo-GOP 88122 (90 Cent)
       
  • Frist für Vorlage bei der Krankenkasse: 10 Tage (gilt bis 31.01.2021)
    Innerhalb von 10 Tagen (statt 3 Tagen) müssen Versicherte eine Verordnung zur Genehmigung bei ihrer Krankenkasse vorlegen:
    • Häusliche Krankenpflege
    • Soziotherapie
    • Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung
       
  • Häusliche Krankenpflege (gilt bis 31.01.2021)
    • Folgeverordnungen dürfen rückwirkend für bis zu 14 Kalendertage ausgestellt werden (bisher waren rückwirkende Verordnungen grundsätzlich nicht zulässig und Ausnahmefälle besonders zu begründen - dies gilt nur noch für Erstverordnungen).
    • Notwendigkeit für eine längere Dauer muss nicht begründet werden.
    • Folgeverordnung kann früher ausgestellt werden (bisher in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums).
       
  • Heilmittel
    • Die Frist für den Beginn einer Heilmittelbehandlung nach einer vertragsärztlichen Verordnung für gesetzlich Krankenversicherte beträgt 28 Tage (gilt dauerhaft).
    • Verordnungen können länger als 14 Tage unterbrochen werden (gilt bis 31.01.2021).
       
  • Krankentransporte (nicht Krankenfahrt im Taxi) von nachweislich an COVID-19-Erkrankten zur ambulanten Behandlung sind genehmigungsfrei. Dies gilt auch für Patienten, die nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen (gilt bis 31.03.2021).
     
  • Videobehandlung bei bestimmten veranlassten Leistungen (gilt bis 31.01.2021)
    • möglich bei Leistungen der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege (pHKP), Soziotherapie, Heilmitteltherapie
    • Absprache erfolgt zwischen Therapeut und Patient, kein Hinweis auf Verordnung notwendig
       
  • Austauschmöglichkeiten bei der Arzneimittelabgabe in Apotheken (befristet bis 31.03.2021)
    Informationen der KVSA zur SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung
     
  • Verwendung von BtM-Rezeptformularen anderer Ärzte (befristet bis 31.03.2021)
    Informationen der KVSA zur SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung
     
  • Entlassmanagement (befristet bis 31.03.2021)
    Die Bescheinigung der AU sowie die Verordnung häuslicher Krankenpflege, Soziotherapie, SAPV, von Hilfsmitteln, Heilmitteln, Blutzuckerteststreifen und Verbandstoffen ist für 14 Tage möglich, die Begrenzung auf eine Arzneimittelpackung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen wurde ausgesetzt.

                                                KBV-Sonderregelungen für die ambulante Versorgung

                                  KBV-PraxisInfo "Sonderregelungen und veranlasste Leistungen im Überblick"

                                                           KBV-Themenseite zum Coronavirus

 

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Hinweise bei der Verordnung von Arzneimitteln im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie
 

Hinweis des BMG zur Verordnung von Arzneimitteln während der Coronavirus-Pandemie

Zur Vorbeugung von Arzneimittelversorgungsengpässen während der Coronavirus-Pandemie empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bei der Arzneimittelverordnung folgende Punkte zu berücksichtigen, um eine kontinuierliche, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung der Patienten, die zwingend Arzneimittel benötigen, sicherzustellen:

  • die Verordnung von Arzneimitteln, insbesondere bei chronisch kranken Patienten, im gewohnten Umfang fortzusetzen werden (z.B. mit einer N3-Packung).
  • auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich sind, zu verzichten.
     

Auswahl der Packungsgrößen im Vertretungsfall

Im Rahmen der Behandlung einer chronischen Erkrankung können Arzneimittel ohne erforderliche spezielle Therapieüberwachung im Vertretungsfall nach ärztlicher Einschätzung im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes in größeren Packungsgrößen verordnet werden. Insbesondere sollten derzeit wegen der Pandemie und der notwendigen Kontaktreduktion auch im Vertretungsfall eher N3-Packungen verordnet werden.
Die Verordnung kleiner Packungsgrößen kann sinnvoll sein, wenn der Patient im Sinne einer Therapiekontrolle bzw. -überwachung seinen eigentlich behandelnden Arzt aufsuchen soll.