Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Verordnung und Überweisung

 

Bitte geben Sie die GOP 88240 in der Abrechnung an den Tagen zusätzlich an, an denen Leistungen im Zusammenhang mit einem begründeten Verdacht auf eine SARS-CoV-2 Infektion oder eine COVID-19 Erkrankung erbracht wurden


Stand: 06.05.2020

(Folge)verordnungen nach telefonischer Anamnese (vorläufig befristet bis: 31.05.2020)

Postversand von (Folge)verordnungen und Überweisungen (vorläufig befristet bis: 30.06.2020)

Nach einem nicht persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt (z.B. telefonisch, Videosprechstunde gemäß den Allgemeinen Bestimmungen 4.3.1 des EBM) können folgende Muster ausgestellt und per Post versendet und abgerechnet werden:

  • Folge-Arzneimittelverordnungen
    • auch BTM-Rezepte
    • auch Wiederholungsrezepte für Kontrazeptiva
  • Folge-Verbandmittelverordnungen
  • Folge-Hilfsmittelverordnungen für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel (Muster 16)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13, 14 und 18), auch außerhalb des Regelfalls
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung (Muster 4) (alle Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten, Patient muss in der Praxis bekannt sein, Arzt/Psychotherapeut muss sich vom Zustand des Versicherten durch eingehende telefonische Befragung überzeugt haben)
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • SAPV-Folgeverordnungen
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
    • auch Überweisungsscheine im Zusammenhang mit der Empfängnisregelung

Voraussetzung bei Postversand von (Folge)verordnungen und Überweisungen

  • Telefonkonsultation ist nur bei bekannten Patienten möglich, das heißt: der Patient war in den zurückliegenden sechs Quartalen wenigstens einmal in der Praxis
  • aufgrund derselben Erkrankung ist in der Vergangenheit eine unmittelbare persönliche ärztliche Untersuchung erfolgt

Abrechnung bei Postversand von (Folge)verordnungen und Überweisungen (vorläufig befristet bis: 30.06.2020)

  • Versand: GOP 40122 -auch neben GOP 01430 (bei Kontakt mit dem Praxispersonal) oder neben GOP 01435 (telefonischer Kontakt mit dem Arzt))

Arzneimittel

Mehr Austauschmöglichkeiten bei der Arzneimittelabgabe in Apotheken und Verwendung von BtM-Rezeptformularen anderer Ärzte möglich (befristet bis längstens 31. März 2021)

Mit der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung werden verschiedene rechtliche Vorgaben, die u.a. die Abgabe von Arzneimitteln in Apotheken oder die Weitergabe von BtM-Rezeptformularen regeln, vorübergehend geändert oder außer Kraft gesetzt.
Informationen der KVSA zur SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung

BfArM erlässt Vorgaben für die Verordnung von Hydroxychloroquin

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Anordnung für die Anwendung von Hydrochloroquin-haltigen Arzneimitteln (z.B. Quensyl® Filmtabletten) erlassen. Aus Gründen der Arzneimittelsicherheit sollen diese Arzneimittel ausschließlich zulassungskonform bei den Indikationen "rheumatoide Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis oder systemischer Lupus erythematodes sowie Malariaprophylaxe und -therapie" verordnet werden. Die Angabe der Indikation soll laut BfArM auf dem Rezept angeben werden. Eine Verordnung auf einem Privat-Rezept ohne Angabe der Indikation soll nicht erfolgen, gleiches gilt für den Eigengebrauch (Vorlage des Arztausweises). Weiterhin soll die Verordnung jeweils auf maximal 100 Tabletten á 200 mg beschränkt werden entsprechend der üblichen Dosierung im Rahmen der Dauertherapie (2 x täglich 200 mg für eine Dauer von 50 Tagen). Sofern die Angabe der Indikation fehlt, soll die Apotheke Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Hintergrund ist der vermehrte Off-Label-Use bei der Behandlung von COVID-19-Patienten im Rahmen klinischer Prüfungen oder als Heilversuch während der Pandemie. Mit der Anordnung des BfArM soll die zulassungskonforme Behandlung von chronisch kranken Patienten mit Hydrochloroquin-haltigen Arzneimitteln sichergestellt werden.
Mitteilung des BfArM zu Hydrochloroquin

Hinweis des BMG zur Verordnung von Arzneimitteln während der Coronavirus-Pandemie

Zur Vorbeugung von Arzneimittelversorgungsengpässen während der Coronavirus-Pandemie empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bei der Arzneimittelverordnung folgende Punkte zu berücksichtigen, um eine kontinuierliche, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung der Patienten, die zwingend Arzneimittel benötigen, sicherzustellen:

  • Die Verordnung von Arzneimitteln, insbesondere bei chronisch kranken Patienten, sollte im gewohnten Umfang fortgesetzt werden (z.B. mit einer N3-Packung).
  • Auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich sind, sollte verzichtet werden.

Hinweis des BMG zur Verordnung des Wirkstoffes Paracetamol während der Coronavirus-Pandemie

Aufgrund von Lieferengpässen bei Paracetamol-haltigen Arzneimitteln fordert das BMG Hersteller, Großhandel und Apotheken auf, die Belieferung und Abgabe nur für die im akuten Behandlungsfall benötigten Mengen und nur nach Prüfung geeigneter therapeutischer Alternativen vorzunehmen. Ärzte sollen verschreibungspflichtige Paracetamol-haltige Arzneimittel nur nach Prüfung therapeutischer Alternativen und nur in der medizinisch notwendigen Packungsgröße verordnen.

Auswahl der Packungsgrößen im Vertretungsfall

Im Rahmen der Behandlung einer chronischen Erkrankung können Arzneimittel ohne erforderliche spezielle Therapieüberwachung im Vertretungsfall nach ärztlicher Einschätzung im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes in größeren Packungsgrößen verordnet werden. Insbesondere sollten derzeit wegen der Pandemie und der notwendigen Kontaktreduktion auch im Vertretungsfall eher N3-Packungen verordnet werden.
Die Verordnung kleiner Packungsgrößen kann sinnvoll sein, wenn der Patient im Sinne einer Therapiekontrolle bzw. -überwachung seinen eigentlich behandelnden Arzt aufsuchen soll.

Heilmittel

Heilmitteltherapien können weiterhin therapeutisch erbracht werden, soweit dies medizinisch dringend erforderlich ist - Therapie auch per Video möglich
Hygienevorschriften sind einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Patienten umzusetzen. Bei Heilmitteln der Krankengymnastik, der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie und Atemtherapie können die Therapeuten Leistungen, wenn aus ihrer Sicht möglich, auch im Rahmen telemedizinischer (Videobehandlung oder telefonische Beratungen) erbringen. Der Versicherte muss dem zugestimmt haben.

Heilmitteltherapien können länger unterbrochen werden
Maximalfristen zwischen Verordnungsdatum und Therapiebeginn vorerst aufgehoben (vorläufig befristet bis: 30.05.2020)

  • Heilmitteltherapien können für einen längeren Zeitraum als bisher unterbrochen werden
  • Maximalfrist zwischen Verordnungsdatum und Beginn der Heilmittelbehandlung  vorübergehend aufgehoben
  • gilt für alle verordnungsfähigen Heilmittel (Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie, Ernährungstherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie)
  • möglich, wenn die letzte Heilmittelbehandlung vor der Unterbrechung nach dem 17. Februar 2020 erfolgt ist
  • möglich, wenn die Verordnung noch nicht begonnen, und nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt wurde

Hilfsmittel (vorläufig befristet bis 31.05.2020)

  • Hilfsmittelversorgung muss nicht innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen werden.

Krankenbeförderung (vorläufig befristet bis 31.05.2020)

Keine Genehmigung der Krankenkasse für ambulante Krankenfahrten erforderlich

  • für Fahrten mit dem Krankentransport zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von
    • nachweislich an COVID-19-Erkrankten oder
    • Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen
  • die Verordnung ist entsprechend zu kennzeichnen (Angabe auf dem Formular 4, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen Versicherten in Quarantäne handelt.

Fristen für die Verordnung von Fahrten zu vor- oder nachstationärer Behandlung erweitert

  • Fahrten zu vorstationären Behandlungen: für 3 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung
  • Fahrten zu nachstationären Behandlungen: für 7 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen

Häusliche Krankenpflege (vorläufig befristet bis: 31.05.2020)

Verordnung der häuslichen Krankenpflege

  • Folgeverordnungen können rückwirkend für bis zu 14 Tage ausgestellt werden
  • Beschränkung der Dauer der Erstverordnung auf bis zu 14 Tage wird ausgesetzt, die Erstverordnung kann nach individuellen Bedarf für längere Zeiträume ausgestellt werden
  • Notwendigkeit für eine längere Dauer muss medizinisch nicht begründet werden
  • Folgeverordnng kann früher als in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums ausgestellt werden

Genehmigung der häuslichen Krankenpflege

  • Verordnungen für Leistungen der Häuslichen Krankenpflege müssen innerhalb von 10 statt 3 Arbeitstagen zur Genehmigung bei der Krankenkasse vorgelegt werden

Entlassmanagement (vorläufig befristet bis: 31.05.2020)

  • Zeitraum, für den Krankenhäuser nach Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen können, wurde von 7 auf 14 Tage erweitert

Vorlage zur Genehmigung bei der Krankenkasse - Frist erweitert (vorläufig befristet bis: 31.05.2020

  • Verordnungen für Leistungen der Häuslichen Krankenpflege, der Soziotherapie und der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) müssen innerhalb von 10 statt 3 Arbeitstagen zur Genehmigung bei der Krankenkasse vorgelegt werden

Übergangsregelungen in der Unfallversicherung (vorläufig befristet bis 30.06.2020)

Hinweise der KBV zu Übergangsregelungen in der Unfallversicherung