Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Einsatz von Paxlovid®

Einsatz von Paxlovid®

Paxlovid® ist seit 28.01.2022 in der EU zugelassen und soll zur Behandlung von symptomatischen, nicht hospitalisierten Patienten mit COVID-19 ohne zusätzlichen Sauerstoffbedarf und mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf eingesetzt werden.

Kriterien für die Anwendung

Entscheidungskriterien für die Anwendung sind der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zufolge vor allem hohes Alter und das Vorliegen mehrerer Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes, Immundefizienz- oder -suppression, chronische Niereninsuffizienz, Krebs sowie Herz- und Lungenerkrankungen. Die Stellungnahme erfolgte in Abstimmung mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB).

Therapiebeginn innerhalb von fünf Tagen

  • Verabreichung so früh wie möglich und innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn
  • das Präparat besteht aus zwei Wirkstoffen, Nirmatrelvir und Ritonavir, in zwei verschiedenen Tabletten.

Empfohlene Dosierung (nach Herstellerangaben)

300 mg Nirmatrelvir (zwei 150 mg Tabletten) und 100 mg Ritonavir (eine 100 mg Tablette) zur gleichzeitigen Einnahme alle zwölf Stunden über einen Zeitraum von fünf Tagen.

Mögliche Nebenwirkungen:

Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen

Nicht mit bestimmten anderen Medikamenten verabreichen:

  • Paxlovid® darf nicht mit bestimmten anderen Medikamenten verabreicht werden. Hinweise zu Wechselwirkungen von Paxlovid® mit anderen Arzneimitteln bietet eine Übersicht der Fachgruppe COVRIIN am Robert Koch-Institut.
  • Patienten mit stark eingeschränkter Nieren- u. Leberfunktion sollten das Präparat nicht erhalten.
  • Die Anwendung von Paxlovid während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Verhütungsmittel anwenden, wird nicht empfohlen. Daten zur Anwendung in der Stillzeit liegen nicht vor.

Spezielles Verfahren zur Verordnung und Belieferung

  • Positives Testergebnis liegt vor (Antigen-Schnelltest ausreichend)
  • Arzt klärt über Wirkungsweise und mögliche Risiken auf, initiiert PCR-Test, wenn bisher nur Antigen-Test vorliegt

Verordnung durch Haus- und Fachärzte

  • patientenbezogene Verordnung über das Arzneimittelrezept (Muster 16)
  • Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
  • Kostenträgerkennung (IK): 103609999

Bestellung in der Apotheke zur Bevorratung und Abgabe durch Hausärzte in der Praxis

  • Ziel: möglichst schnelle Verabreichung nach Symptombeginn
  • Hausarztpraxen können Paxlovid für die Abgabe in der Praxis über die Apotheke bestellen und in der Praxis lagern bzw. bei Bedarf an den Patienten abgeben
  • Vorrat von bis zu 5 Therapieeinheiten je Praxis möglich
  • Bezug erfolgt nicht patientenbezogen über die Apotheke mit dem Arzneimittelrezept (Muster 16) – vorzugsweise eine Apotheke über die üblicherweise Sprechstundenbedarf bezogen wird
  • Kostenträger: Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)
  • Kostenträgerkennung (IK): 103609999

Meldung unerwünschter Ereignisse

Bei auftretenden unerwünschten Ereignissen müssen diese wie bei anderen Arzneimitteln auch umgehend an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden.

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