Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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DMP

Sonderregelung zum DMP

Bitte geben Sie die GOP 88240 in der Abrechnung an den Tagen zusätzlich an, an denen Leistungen im Zusammenhang mit einem begründeten Verdacht auf eine SARS-CoV-2 Infektion oder eine COVID-19 Erkrankung erbracht wurden !

DMP - Ausnahmeregelungen für Schulungen und Dokumentationen auf Grund der COVID-19 Pandemie

Um die Arztpraxen hinsichtlich der Einbestellung von DMP-Patienten nur für die Erstellung einer Dokumentation zu entlasten und nicht dringende Arztbesuche zu reduzieren, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit Beschluss vom 27.03.2020 eine Ausnahmeregelung in die DMP-Anforderungs-Richtlinie aufgenommen:

Dokumentationen:

Die bisherigen Dokumentationsanforderungen im Rahmen der strukturierten Behandlungsprogramme (DMP) beinhalten, dass zwei aufeinander folgende fehlende Folgedokumentationen zu einer Ausschreibung der Patienten aus dem DMP durch die Krankenkassen führen.

Der G-BA hat diese Anforderung für das 1. bis 3. Quartal ausgesetzt. Demnach führen fehlende quartalsbezogene Dokumentationen, soweit sie sich auf Untersuchungen am Patienten beziehen, die aufgrund der Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-19 nicht durchgeführt werden und nicht durch telemedizinischen Kontakt (Telefon, Videosprechstunde) durch den Leistungserbringer erhoben werden können, nicht zur Ausschreibung des Patienten aus dem DMP. Die Datenstelle DAVASO wird die schriftlichen Erinnerungen an die koordinierenden Ärzte bzgl. der zu erwartenden Folgedokumentationen für den Zeitraum 1. Quartal 2020 bis einschließlich 3. Quartal 2020 aussetzen.

Die Behandlung der Patienten im Rahmen der strukturierten Behandlungsprogramme (DMP) mit der Erhebung der Parameter zur Erstellung der Dokumentationen kann im Rahmen einer Telefon- und/oder Videosprechstunde sowie eines Hausbesuchs erbracht werden.

Es ist zu beachten, dass sich die Frequenz der Kontrolluntersuchungen an der medizinischen Notwendigkeit und der Schwere des Krankheitsbildes des jeweiligen Patienten orientiert.

Kontrolluntersuchungen, wie z. B. Laborwerte, die einen persönlichen Kontakt voraussetzen, können im Rahmen eines Hausbesuches durch eine NäPa/VERAH oder MFA erhoben werden. 

Teilnahme- und Einwilligungserklärungen (TEEWE) benötigen eine Unterschrift des Patienten und sind somit nicht durch telemedizinischen Kontakt zu erstellen, können aber z.B. auch im Rahmen eines o.g. Hausbesuchesunterschrieben werden.

Schulungen:

Die Teilnahme an Schulungen kann für Patienten im Jahr 2020 ausgesetzt werden. Medizinisch erforderliche Schulungen, die nach ärztlicher Einschätzung keinen Aufschub dulden, können entsprechend durchgeführt werden.

Um unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln in den Praxen die Patientenschulungen weiterhin aufrecht zu erhalten, wurde mit den Krankenkassen vereinbart, dass von der vertraglich vereinbarten Gruppengröße und von der Dauer der Schulungseinheit abgewichen werden kann:

  • Einzelschulungen sowie Schulungen mit nur 2 Patienten sind möglich
  • Unterrichtseinheit kann verkürzt werden, wenn der Inhalt der Schulungen durch die geringere Anzahl von Teilnehmern schneller vermittelt werden kann
  • Patientenschulungen per Online-Videoübertragung sind möglich, wenn …
    1. … diese dafür geeignet sind
    2. … die technischen Anforderungen an die apparative Ausstattung der Praxis gem. Anlage 31b BMV-Ä erfüllt sind
    3. ... die Durchführung ausschließlich mit von der KBV zertifizierten Videoanbietern unter Beachtung des Datenschutzes stattfindet
    4. ... zeitgleiche Abrechnung als Online-Videosprechstunde [Zuschlag zur Videosprechstunde (EBM 01450) oder telefonische Beratung (EBM 01435)] ist ausgeschlossen
  •   eine  telefonische Beratung als Patientenschulung ist nicht möglich

Die jeweils vereinbarte Vergütungshöhe je Unterrichtseinheit und Patient bleibt bestehen.

Diese Regelungen sind vorerst bis zum 30.09.2020 befristet.