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Editorial PRO 4/2021

Der Weg aus der Pandemie: Mit vereinten Kräften in den Praxen impfen

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

es geht los. Endlich. Unserer Forderung ist nachgegeben worden. Wir können in unseren Praxen unsere Patienten gegen das Coronavirus impfen. Die Hausarztpraxen haben begonnen, die anderen Vertragsarztpraxen folgen, sobald der Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Liefern die Hersteller wie angekündigt, sollte das sehr schnell der Fall sein. Voraussichtlich noch im April.

Uns niedergelassenen Haus- und Fachärzten ist daran gelegen, eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung zu erreichen. Denn dies ist der Schlüssel zum normalen Leben. Einige Praxen hatten schon seit geraumer Zeit als sogenannte Modellpraxen Impfstoff von den Impfzentren erhalten. Viele Ärzte haben schon frühzeitig erklärt, sowohl in den Impfzentren als auch bei einem Impfstart in den Praxen dabei zu sein. Es ist für viele Kolleginnen und Kollegen eine Selbstverständlichkeit. Bitte impfen auch Sie in Ihrer Praxis gegen COVID-19! Und mit Blick auf die sich teils schnell ändernden Empfehlungen der Ständigen Impfkommission – Stichwort: AstraZeneca: Lassen Sie sich davon bitte nicht abschrecken. Wir, die niedergelassenen Haus- und Fachärzte, kennen unsere Patienten am besten und wissen, für wen welcher Impfstoff in Frage kommt. Wir müssen mit unseren Patienten über Risikofaktoren sprechen und über mögliche Nebenwirkungen umfänglich aufklären. Es wird leider nicht immer auszuschließen sein, dass der Beratungsaufwand bei einigen Patienten oder bei bestimmten Impfstoffen höher ist. Gehen Sie das Impfen gegen Corona bitte trotzdem an.

Nur durch das Impfen in möglichst vielen Praxen bekommen wir die Pandemie in den Griff. Nur so kann der in immer größeren Mengen angekündigte Impfstoff zügig verimpft werden. Und nur so gibt es ein Zurück in die Normalität, die wir vor mehr als einem Jahr an das Virus verloren haben.

Ja, mehr als ein Jahr beherrscht das Coronavirus nun schon unseren Alltag. Wer hätte geahnt, welchen Kraftakt diese Pandemie von uns Niedergelassenen abverlangen wird. Nach wie vor sind wir die ersten Ansprechpartner bei der Versorgung der COVID-19-Patienten. Ihre (unsere) Leistung wird von Teilen der Politik nicht so wahrgenommen und kommuniziert, wie sie wirklich ist – nämlich hervorragend. Um das Infektionsrisiko in den Arztpraxen zu minimieren, sind in den meisten Praxen organisatorische oder räumliche Veränderungen erfolgt. Dazu kommt das Engagement von vielen Ärzten in Fieberambulanzen, Impfzentren und mobilen Impfteams von Stadt und Land. – Alles neben der normalen Versorgung Ihrer Patienten. Dafür danke ich Ihnen!

Mit dem Impfen in den Praxen kommt nun die nächste große Aufgabe auf uns zu. Ich weiß, es wird eine enorme Herausforderung werden. Vor allem in den kommenden Wochen, bis sich alles eingespielt hat. Ich weiß aber auch, dass wir dies gemeinsam meistern werden. Denn das Impfen an und für sich ist ein zentraler Bestandteil unserer ambulanten ärztlichen Tätigkeit. In vielen Praxisteams wird das Impfen gegen Corona nach kurzer Zeit wie das Impfen gegen die Grippe in den Praxisalltag integriert sein. Da bin ich mir ganz sicher.

Nur mit vereinten Kräften ist der Weg aus der Pandemie möglich. Und wir, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, sind ein gewichtiger, ja der zentrale Punkt. Wir zählen auf Sie. Bieten Sie in Ihren Praxen Impfungen gegen COVID-19 und wenn möglich auch PCR- und Schnelltests an. Engagieren Sie sich in den Fieberambulanzen und Impfzentren, in nächster Zeit wird es auch da noch nicht ohne Sie gehen. Und wer Sie noch braucht, das sind Ihre Patienten abseits von Corona – vor allem die chronisch Erkrankten und die älteren multimorbiden Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Impfstart in den Praxen, zeitnah ausreichend Impfstoff für möglichst viele impfwillige Patienten und damit Licht am Ende des Tunnels der Corona-Pandemie.

Ihr
Jörg Böhme