Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Editorial PRO 3/2020

Verantwortung in besonderer Situation

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

die Corona-Epidemie hat unsere Praxen fest im Griff. Die reale Zunahme von Krankheitsfällen und die um sich greifende, von den Medien geschürte Hysterie, führen zu einer immensen Mehrbelastung in unseren Praxen. Neben den ohnehin schon vielen älteren und kranken Menschen in Sachsen-Anhalt, die auch noch zur Risikogruppe der mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen zählt, müssen nun viele zusätzliche Patienten behandelt werden. Die Umsetzung der vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Schutzmaßnahmen in den Arztpraxen ist extrem schwierig, da keine ausreichende Zahl von Schutzausrüstungen vorhanden ist. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) arbeiten mit Hochdruck, dieses Defizit schnellstmöglich zu beseitigen. Die KVen werden die Verteilung der Materialien übernehmen.

Dennoch wird es wichtig sein, regionale Lösungen zu finden, wie die Patienten möglichst effizient behandelt werden können. Durch die Möglichkeit der postalischen Übermittlung des AU-Scheins bereits nach telefonischem Kontakt bei Patienten mit normalen Infekten kann zumindest erreicht werden, dass diese sich nicht auch noch in den Arztpraxen anstecken und die knappen Ressourcen nutzen. Wir versuchen in den Regionen, Schwerpunktpraxen oder Abstrichpunkte aufzubauen und werden von Seiten der KV intensiv alle Möglichkeiten der Unterstützung in den Regionen organisieren. Dazu sind wir mit den Kreisstellensprechern der Regionen in Kontakt. Einige Kollegen, die ihre Praxistätigkeit aufgegeben haben, konnten bereits gewonnen werden, um in der Krisensituation zu helfen.

Glücklicherweise konnten auf Bundesebene schon Regelungen getroffen werden, dass sowohl die Finanzierung der Schutzausrüstungen, wie auch die der zusätzlichen Arbeit in den Praxen gesichert ist. Auch die Vergütung der telefonischen Arztkontakte wurde durch die Schaffung der Abrechnungsmöglichkeit über die GOP 01435 unkompliziert gelöst. Bitte prüfen Sie auch, ob die Möglichkeit des Angebotes einer Videosprechstunde für Ihre Praxis eine Option darstellt. Die Genehmigungsvoraussetzungen wurden für diesen Bereich ausgesetzt und die Nutzungsmöglichkeit wird teilweise von den Anbietern kostenlos und sehr einfach zur Verfügung gestellt.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die Ärztekammerpräsidentin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass sie gehört hätte, dass viele Praxen zum Quartalsende Urlaub machen wollten. Ich gehe davon aus, dass die Praxen ihrer Verantwortung für die Versorgung der Menschen in der Krisensituation gerecht werden. Falls Sie dennoch Urlaub machen werden, beachten Sie bitte unbedingt die Regelungen zur Praxisvertretung, melden Sie die vertretende Praxis an die KV und sprechen Sie regional die entsprechenden Regelungen mit den Kollegen ab.

Wir werden versuchen, Sie über E-Mail, Fax oder Brief immer zeitnah auf dem Laufenden zu halten. Wenn nicht schon geschehen melden Sie bitte die E-Mailadresse an die KV, da hierüber die Kommunikation am besten möglich ist.

Bleiben Sie gesund

Ihr
Burkhard John