Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Editorial PRO 2/2020

Geänderte Bedarfsplanungsrichtlinie und Neuaufstellung der Terminservice- Zentrale

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wie im November 2019 angekündigt, können wir nun die Auswirkungen der Änderung der Bedarfsplanungsrichtlinie bei uns im Land betrachten. Die nach der Beschlussfassung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen ausgeschriebenen Stellen sind hier zu entnehmen. Unterm Strich kommen durch die Änderungen 235 neue Sitze für Vertragsärzte und -psychotherapeuten dabei heraus. Allein auf Hausärzte entfallen zusätzlich 132,5 neue Sitze. Der zweitgrößte Zuwachs entsteht bei den Vertragspsychotherapeuten mit 49 Sitzen, danach kommt bei einer Sortierung nach Anzahl der Sitze die Bedarfsplanungsgruppe der Nervenärzte mit 15,5 Sitzen.

Mit unbesetzten Stellen ist kein Patient versorgt und allein die Vermehrung der Stellen bringt nicht die ärztliche Besetzung mit sich – darauf haben wir mehrfach hingewiesen. Unabhängig davon ist es unverständlich, warum der Zuwachs an Stellen ohne Ausgleich bei der Gesamtvergütung erfolgt. Damit tragen wir letztendlich die (Honorar-) Kosten der zusätzlichen Stellen, zumindest wenn sie besetzt werden. Hier ist der Gesetzgeber unseres Erachtens dringend in der Pflicht nachzubessern.

Auch noch recht neu ist die Umstellung der Terminservicestelle auf eine 24-stündige Erreichbarkeit, jeden Tag. Deshalb werden die Anrufe durch die Mitarbeiter der Bereitschaftsdienst- und Terminservice-Zentrale angenommen und – soweit möglich – gleich vermittelt. Bestimmte Fragestellungen und Fachgruppen werden erst nach dem Telefonat mit dem Patienten im Nachgang vermittelt. Mit der Änderung zum 01.01.2020 vermittelt die Bereitschaftsdienst- und Terminservice-Zentrale der KV neben den bekannten Terminen auf Überweisung mit Dringlichkeits-Code auch Akutpatienten. Dies wird dazu führen, dass wir in unseren Praxen gelegentlich zu Sprechstundenzeiten auch mit Anrufen der Bereitschaftsdienst- und Terminservice-Zentrale rechnen können, die uns einen Akutpatienten zuweisen. Dabei ist der Akutpatient gerade kein Fall für den Rettungsdienst oder das Krankenhaus, sollte aber nach der durchgeführten Telefon-Triage am gleichen Tag einem Arzt vorgestellt werden. Ich bitte Sie, dieses Verfahren zu unterstützen – die Anzahl dieser Patienten dürfte auch so gering sein, dass es voraussichtlich nicht zu großen Problemen führen wird, aber doch hilft, die ein oder andere unnötige Krankenhausbehandlung zu vermeiden.

Ansonsten führt die gesetzlich vorgeschriebene neue Aufstellung der Bereitschaftsdienst- und Terminservice-Zentrale anscheinend zu mehr Terminnachfragen, was letztendlich primär auch mehr ausgestellte Überweisungen mit Dringlichkeitscode bedeutet. Weiterhin vermittelt die Bereitschaftsdienst- und Terminservice-Zentrale nun seit Anfang dieses Jahres den Bereitschaftsdienst in ganz Sachsen-Anhalt. Begonnen wurde Anfang des 2. Quartals letzten Jahres mit wenigen Bereitschaftsdienstbereichen, im Verlauf des Jahres wurden kontinuierlich weitere in die Vermittlung aufgenommen. Die Kombination der Aufgaben der Terminservicestelle mit dem Bereitschaftsdienst ist wirtschaftlich günstig und ermöglicht uns mehr Flexibilität. Ich bitte Sie, die Mitarbeiter in der Bereitschaftsdienst- und Terminservice-Zentrale weiterhin zu unterstützen, sei es bei der Terminzuarbeit oder im Bereitschaftsdienst.

Ein häufig erfragtes Thema ist auch der Umgang mit Leichenschauen. Zur unverzüglichen Durchführung einer Leichenschau sind niedergelassene ärztliche Personen – wie es im Gesetz heißt – im Falle einer Benachrichtigung verpflichtet. Bei im Krankenhaus  verstorbenen gilt dies für ärztliche Personen des Krankenhauses. Ärztliche Personen, die sich im Rettungsdiensteinsatz befinden, dürfen sich auf die Feststellung des Todes beschränken. Sie haben dann die weitere Durchführung der Leichenschau durch eine andere ärztliche Person unverzüglich zu veranlassen. Bitte denken Sie an diese Verpflichtung, da Zuwiderhandlungen mit Geldbußen durch die lokalen Ordnungsbehörden belegt werden können.

Ihr
Burkhard John