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Fußambulanzen: Diabetische Füße

Fußambulanzen: Diabetische Füße

Ansprechpartner

Claudia Hahne
Tel.: 0391 627-6447
Fax: 0391 627-8436

 

Im Rahmen der

Vereinbarung für ein Versorgungskonzept zur Betreuung und Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und Hochrisikofuß im Rahmen von strukturierten Behandlungsprogrammen zur Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus

besteht die Möglichkeit, sich um einen Versorgungsauftrag als Fußambulanz für Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt und der IKK gesund plus mit Wirkung ab dem 01.01.2021 zu bewerben.

Die folgende Ausschreibung richtet sich an interessierte Ärzte folgender Fachgruppen:

  • FA für Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Praktischer Arzt und Arzt ohne Facharztbezeichnung mit der Anerkennung als Diabetologe DDG oder einem Nachweis der Zusatzweiterbildung Diabetologie
  • Diabetologisch verantwortlicher Arzt
  • FA für Dermatologie
  • FA für Chirurgie
  • FA für Orthopädie

die sich um die Übernahme des Versorgungsauftrags als Fußambulanz für einen Mittelbereich bewerben möchten.
 

1. Entstehung und Ziel

Das diabetische Fußsyndrom stellt eine der häufigsten Komplikationen im Zusammenhang mit dem Diabetes mellitus dar. Bedeutendste Konsequenzen diabetischer Fußprobleme sind Ulzerationen und Amputationen. Das Hauptproblem ist die Amputationsgefahr. Die Füße der Patienten erkranken mit Sensibilitätsstörungen, die von arteriellen Durchblutungsstörungen begleitet sein können. In der Folge kommt es zu schmerzlosen Verletzungen, Geschwüren und Nekrosen an den Füßen. Eine rechtzeitige Revaskularisation senkt die Amputationsrate bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Verspätete Behandlung mindert bei akuten diabetischen Fußläsionen den Behandlungserfolg. Das hohe Amputationsrisiko kann durch die rechtzeitige und zielgerichtete Behandlung dieser Risikopatienten durch Fußambulanzen reduziert werden.

Die Amputationsquote in Sachsen-Anhalt liegt über dem Bundesdurchschnitt. Durch die bislang bestehende Vereinbarung für ein Versorgungskonzept zur Betreuung und Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und Hochrisikofuß im Rahmen von strukturierten Behandlungsprogrammen zur Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus wurde keine optimierte Steuerung der Patienten erreicht. Aus diesem Grund wurden strukturelle und versorgungsrelevante Änderungen für die Behandlung und Betreuung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und Hochrisikofuß mit einer Wagner/Armstrong-Klassifizierung der Stadien A 2-5, B 2-5, C 1-5 und D 1-5 in Sachsen-Anhalt, die in einem strukturierten Behandlungsprogramm eingeschrieben sind, vorgenommen.

Die bisherigen Vereinbarungen mit der AOK Sachsen-Anhalt und der IKK gesund plus werden beendet und durch die oben genannte Vereinbarung ersetzt. Sie treten zum 01.01.2021 in Kraft. Vorrangiges Ziel ist die Vermeidung von Amputationen. Die bisherigen Vereinbarungen mit den Ersatzkassen, den Betriebskrankenkassen und der Knappschaft sowie auch die bislang bestehenden Fußambulanzen je Altlandkreis bleiben für Patienten dieser Krankenkassen bestehen.
 

2. Rahmenbedingungen

a) Je Mittelbereich gemäß Bedarfsplanungsrichtlinie wird es eine Fußambulanz geben. In den Mittelbereichen Magdeburg-Stadt und Halle-Stadt können es maximal je zwei Fußambulanzen werden.

b) Die Bewerbung erfolgt für einen Teilnahmezyklus von jeweils drei Jahren. Damit ist die Teilnahme des Arztes in dem jeweiligen Mittelbereich auf einen Zeitraum von maximal 3 Jahren begrenzt. Im Anschluss daran erfolgt eine erneute Ausschreibung.

c) Die Ärzte, die sich bewerben und im Rahmen dieser Vereinbarung als Fußambulanz tätig werden, müssen die Strukturvoraussetzungen erfüllen und gegenüber der KVSA (Anlage 2) nachweisen. die Bewerbung als Fußambulanz erfolgt über die Teilnahmeerklärung nach Anlage 3 dieser Vereinbarung.

d) Neben den Strukturvoraussetzungen müssen folgende Mindestanzahlen für eine Teilnahme als Fußambulanz für den ersten ausgeschriebenen dreijährigen Teilnahmezyklus erfüllt werden:

  • Für bereits tätige Fußambulanzen im Jahr 2019: mindestens 35 behandelte Patienten im Jahr 2019 nach der Vereinbarung zur Betreuung und Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und Hochrisikofuß im Rahmen von strukturierten Behandlungsprogrammen zur Betreuung von Patienten mit Diabetes.
  • Für Ärzte, die bisher über keine Genehmigung als Fußambulanz verfügt haben: mindestens 35 behandelte Patienten im Jahr 2019 nach der GOP 02311.

e) Die Bewerbung für eine Teilnahme als Fußambulanz für den jeweiligen Mittelbereich hat bis zum 31.10. eines Jahres für den jeweils folgenden dreijährigen Teilnahmezyklus mit Beginn zum 01.01. des Folgejahres zu erfolgen.

f) Die Teilnahme als operativ-spezialisierte Fußambulanz ist über Anlage 4 dieser Vereinbarung zu beantragen. Voraussetzung für die Teilnahme als operativ-spezialisierte Fußambulanz ist die Teilnahme als Fußambulanz. Diese Teilnahme ist über Anlage 3 dieser Vereinbarung zu beantragen.
 

3. Struktureller Aufbau

In den 32 Mittelbereichen wird es maximal 34 Fußambulanzen für einen Zeitraum von 3 Jahren (01.01.2021 bis 31.12.2023) geben.
Anlage 1
 

4. Versorgungsauftrag
4.1 Aufgaben und Vergütung der Fußambulanz

Der Versorgungsauftrag als Fußambulanz umfasst die notwendige ärztliche Behandlung und Betreuung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und Hochrisikofuß einschließlich Aufklärung und Information sowie die übergreifende Versorgungsorganisation und -steuerung und beinhaltet folgende Leistungen:

Anlage 5 + Anlage 8

a) Erstbehandlung
b) Folgebehandlung
c) Nachsorge
d) Operative Versorgung
e) Weiterbehandlung
f) Einsatz einer notärztlichen Praxisassistentin in der Häuslichkeit des Patienten zur besonders qualifizierten Fußversorgung

Der Versorgungsauftrag ist umfassend und vollständig zu erfüllen.

4.2 Weitere Aufgaben

Die teilnehmenden Ärzte dokumentieren die Ergebnisse der ersten 30 Behandlungsfälle pro Kalenderjahr in chronologischer Abfolge bis zum 31. März des laufenden Jahres und senden diese an die "Arbeitsgruppe Diabetischer Fuß" der Diabeteskommission der KVSA.

Die teilnehmenden Ärzte verpflichten sich im Rahmen der Qualitätssicherung die Befunde der Fußbehandlung zu dokumentieren. Die AG "Diabetischer Fuß" ist berechtigt, zum Zweck der Qualitätssicherung, Behandlungsfälle (10 bis 20) inklusive der dazugehörigen Fotodokumentation (Darstellung des Beginns, des Verlaufs und des Abschlusses der Behandlung) vom teilnehmenden Arzt anzufordern und zu erhalten.

Die teilnehmenden Ärzte dokumentieren gesondert die Behandlung und den Verlauf der diabetischen Füße mit dem Wagnerstadium 4 und 5 als Fotodokumentation. Die Arbeitsgruppe Diabetischer Fuß prüft die Dokumentationen im Rahmen einer jährlichen Stichprobenprüfung.

Die an der Vereinbarung teilnehmenden Ärzte sind zur Einreichung der von der KVSA im Rahmen der Stichprobenprüfung angeforderten Unterlagen verpflichtet.
 

5. Anforderung an die Bewerbung

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sind bei der

                                             Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt
                                        - Abteilung Qualitäts- und Verordnungsmanagement -
                                                             Doctor-Eisenbart-Ring 2
                                                                 39120 Magdeburg

                                                   Stichwort: Bewerbung Fußambulanz

 bis zum                                                     31. Oktober 2020

schriftlich und/oder online einzureichen. Bewerbungen, die nicht innerhalb der gesetzten Frist vollständig vorliegen, können nicht berücksichtigt werden.

Soweit Voraussetzungen gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt bereits nachgewiesen wurden und vorliegen, ist ein erneuter Nachweis nicht notwendig. Die Bezugnahme auf bereits eingereichte Unterlagen ist ausreichend.
 

6. Auswahl der Bewerber

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt hat bei der Auswahl der Bewerber vollständige und fristgerecht eingereichte Bewerbungsunterlagen zu berücksichtigen, die erkennen lassen, dass die vorhandenen strukturellen Voraussetzungen sowie Mindestanzahlen an eine Fußambulanz bzw. operativ spezialisierte Fußambulanz innerhalb des Teilnahmezyklus von 3 Jahren in Routinebetrieb aufrechterhalten werden können. Dabei ist neben der persönlichen Qualifikation des Bewerbers auch die Qualifikation seines Praxispersonals, die apparative Ausstattung sowie die Zusammenarbeit mit entsprechend qualifizierten Fachdisziplinen sowie die Mindestanzahl an bereits erbrachten Leistungen für die Versorgung maßgeblich.

Ist eine objektive Auswahl nach qualitativen Kriterien der Bewerber auf den Versorgungsauftrag nicht mehr möglich und erfüllen mehrere Bewerber die gleichen persönlichen und sachlichen Voraussetzungen (Anlage 2), wird eine Entscheidung durch das Losverfahren herbeigeführt.

Die Genehmigung zur Übernahme eines Versorgungsauftrages wird mit der Auflage versehen, dass die Anforderungen an die festgelegten Qualitätssicherungsmaßnahmen umgesetzt werden. Eine bereits erteilte Genehmigung kann bei nachträglicher Kenntnis über die pflichtwidrige Nichterfüllung der Aufgaben und Voraussetzungen widerrufen werden.

 

Anlage 1: Mittelbereiche
Anlage 2: Strukturqualität
Anlage 3: Antrag als Fußambulanz
Anlage 4: Antrag als operativ spezialisierte Fußambulanz
Anlage 5: Leistungsbeschreibung und Vergütung
Anlage 6: Dokumentationstabelle zur Ergebnisdokumentation
Anlage 7: Dokumentationsbogen/Befunderstellung Fußbehandlung
Anlage 8: Ablauf und Durchführung