Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Nach vorn schauen - Möglichkeiten nutzen

Nach vorn schauen - Möglichkeiten nutzen

Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen,

das vergangene Jahr hat uns einiges abverlangt. Wir haben als Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt Wochen, ja Monate, darum gerungen, dass im Versorgungsstrukturgesetz eine Angleichung der zwischen den Ländern unterschiedlichen Finanzierung für ein bundesweit gleiches Leistungsangebot verankert wird. Trotz unserer vielfältigen Aktivitäten, trotz unserer guten Argumente waren wir an dieser Stelle nicht erfolgreich.

Deshalb bewerte ich das Versorgungsstrukturgesetz auch sehr differenziert: Die Apostrophierung als "Landarztgesetz" hält meines Erachtens der Realität nicht stand: Soviel "Landarzt" ist nicht drin. Es fehlt als entscheidender Schritt - das hatte ich in einer Videobotschaft zu diesem Thema auch deutlich gesagt - die Anpassung der finanziellen Mittel an die Morbidität.

Aber das war 2011. Jetzt müssen wir nach vorn schauen und die im Gesetz tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten nutzen, wohl wissend, dass auch z.B. eine veränderte Bedarfsplanung keine neuen Ärzte schaffen wird. Ich hoffe, Sie haben in den wenigen freien Tagen "Luft geholt", "Kraft getankt" und so gut für sich gesorgt, um die Anforderungen des neuen Jahres annehmen zu können.

Ich möchte Ihnen zum Jahresbeginn das Thema "Prävention" als ein wichtiges ärztliches Thema ans Herz legen. Gemeinsam mit allen anderen KVen und der KBV bestreiten wir seit dem Jahr 2010 eine Präventionskampagne, die im Frühjahr beginnt, zum Beispiel mit dem Darmkrebsmonat im März, über Hinweise zum Reiseimpfen bis zur Grippekampagne im Herbst. Wir werden uns auch 2012 beteiligen und sowohl das Schwerpunktthema "J 1 und Impfen bei Jugendlichen" in die Öffentlichkeit transportieren als auch die genannten weiteren Themen bedienen. Ich bitte Sie, dieses Anliegen auch Ihren Patienten mitzugeben und sie zu ermutigen sich an den Präventionsmaßnahmen zu beteiligen. Nutzen Sie hierzu auch unsere Infoflyer, die Sie in der Formularstelle abfordern können.

In den letzten Wochen des vergangenen Jahres musste sich die KVSA intensiv mit dem Thema Impfen befassen. Die Ersatzkassen wollten existenzgefährdend hohe Regressforderungen aus der Verordnung von Impfstoffen geltend machen. Das war für die KVSA nicht nachvollziehbar und veranlasste uns, die Impfvereinbarung mit den Ersatzkassen zu kündigen, um die Arztpraxen vor weiterem Schaden zu schützen.

Für die Bemühungen um Prävention wäre das ein sehr schlechtes Zeichen gewesen. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir uns kurz vor dem Jahreswechsel unter Einschaltung des Ministeriums für Arbeit und Soziales mit beiden großen Kassenarten soweit verständigen konnten, dass die KVSA einen Finanzausgleich zwischen den Kassen organisieren soll, da es offensichtlich zu Fehlzuordnungen gekommen war. Damit war es nicht mehr notwendig, die Kündigung der  Impfvereinbarung aufrecht zu erhalten. Es kann also auch in 2012 ganz normal auf Chipkarte weiter geimpft werden.

Die Kassen sind nun auch endlich bereit für die Zukunft einen einheitlichen Weg für die Bestellung von Impfstoffen und Sprechstundenbedarf zu vereinbaren, so dass solche Fehler nicht mehr auftreten können. Hierzu werden wir Sie demnächst gesondert informieren.

Für das Jahr 2012 wünsche ich Ihnen Erfolg, beste Gesundheit, vergessen Sie die Prävention auch persönlich nicht, denn die vor uns liegenden zwölf Monate werden uns wieder sehr fordern.

Ihr
Burkhard John