Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Editorial PRO 4/2017

Neustart für die KBV

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

ungefähr einen Monat ist nun der neue Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Amt. Erstmals in der Geschichte der KBV wurde ein dreiköpfiger Vorstand gewählt. Aus der Wahl durch die Delegierten der Vertreterversammlung gingen am 3. März 2017 Dr. Andreas Gassen als Vorstandsvorsitzender, Dr. Stephan Hofmeister als stellv. Vorstandsvorsitzender und Dr. Thomas Kriedel als Vorstandsmitglied hervor.

Für Dr. Andreas Gassen ist die Wiederwahl eine Bestätigung seiner Anstrengungen der vergangenen Jahre, die KBV aus den negativen Schlagzeilen hin zur Sacharbeit zu führen. Mit Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Thomas Kriedel wurden Stellvertreter gewählt, die schon in der Vergangenheit bei ihrer Tätigkeit in KV-Vorständen umsichtig agierten. Insgesamt also eine Wahl, die durch die Gewählten und auch die die Wahl begleitenden Beratungen der Vertreter sowie die mit großen Mehrheiten getroffenen  Entscheidungen den Willen aller zeigt, zukünftig „gemeinsam in die Politik hineinwirken und jene Durchschlagskraft zurückgewinnen, die wir wegen vieler Querelen in den vergangenen Jahren eingebüßt haben“, wie es Dr. Gassen formulierte.

Obwohl es sicherlich zu früh für eine Bewertung und die übliche 100-Tage-Frist erst zu einem Drittel vergangen ist, kann schon jetzt von einem gelungenen Start gesprochen werden. Das bisher gezeigte konstruktive Miteinander und die offensiv bekundete Absicht als Team zu agieren bestärkt uns in dieser Auffassung.

Mit einem Vorstandstrio haben wir in Sachsen-Anhalt seit 2005 positive Erfahrung gemacht und es ist zu hoffen, dass diese Struktur auch der KBV hilft, einheitlich und abgestimmt aufzutreten. Wir jedenfalls werden gemeinsam mit den neuen und alten Funktionsträgern in der KBV zusammenarbeiten und unseren Beitrag aus Sicht der Situation im Land Sachsen-Anhalt leisten.

Mit dem Konzept „KBV 2020“ hat die KBV sich schon letztes Jahr inhaltlich konzeptionell zurückgemeldet und Vorschläge für die Gestaltung der gesundheitspolitischen Zukunft gemacht. In der Vertreterversammlung der KBV am 4. und 5. April wird dieses Konzept weiterentwickelt. Kernstück ist u. a. die Forderung nach einer koordinierten Versorgung der Patienten. Hierbei soll in der Regel der Hausarzt den Patienten der richtigen und notwendigen Versorgungsebene zuführen. Dies muss mit einem neuen Honorarsystem und einer Abschaffung der Budgetierung verbunden sein. Die Budgets wurden von der Politik wegen der unkoordinierten Mengenzunahme der Leistungen geschaffen. Genau diese Ursache würde bei Umsetzung des Konzeptes der KBV entfallen. Der Patient müsste dabei auf die vollkommen freie Arztwahl verzichten, indem er in einem bestimmten Tarif nur den Arzt innerhalb einer Versorgungsebene wählen könnte. In einem anderen Tarif, der ebenfalls kostendeckend gestaltet werden müsste, würde auch weiterhin die freie Arztwahl bestehen bleiben und keine Koordination stattfinden.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird das Bekenntnis der Vertragsärzte zur Notwendigkeit der Delegation von Leistungen sein. Der Umfang der Delegationsmöglichkeiten muss neu definiert werden. Die Substitution von ärztlichen Leistungen wird jedoch abgelehnt, da hierdurch neue kontraproduktive Schnittstellen in der Versorgung entstehen würden. In der Folge käme es zu einer Verschlechterung der Versorgungsqualität und zur Gefährdung der Patientensicherheit. Die KBV wird das Konzept „KBV 2020“ in nächster Zeit weiter präzisieren und der Politik neue Ansätze für die Optimierung der Versorgung liefern.

Ihr
Burkhard John