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Editorial PRO 2/2018

Telematik Infrastruktur – Frist bis Ende 2018

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

die Einführung der Telematik Infrastruktur (TI) in den Vertragsarztpraxen beschäftigt derzeit viele Kollegen. Lange hat es gedauert, bis die gesamte Technik zur Verfügung gestanden hat. Das ist nun der Fall, neben dem sogenannten Konnektor, also dem Gerät welches für die Verbindung zum sicheren Netz des Gesundheitswesens (Telematik Infrastruktur) notwendig ist, stehen nun auch die Karten für die Identifizierung der Arztpraxis, die sogenannten SMC-B Karten zur Verfügung. Bis zum Ende des Jahres soll die Umstellung in den Praxen erfolgt sein. Laut Gesetzgeber soll es ab Anfang 2019 einen Honorarabzug von einem Prozent geben, wenn die neuen Strukturen in der jeweiligen Praxis noch nicht eingeführt wurden.

Ein Befassen mit diesem Thema ist also jetzt auch den Kolleginnen und Kollegen zu empfehlen, die sich selbst als nicht „IT-affin“ betrachten und bisher abwarteten. Nach unserer Kenntnis sind die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme derzeit im unterschiedlichen Umfang in der Lage, Angebote zu unterbreiten. Entscheidend scheint die Verfügbarkeit der Konnektoren zu sein. Neben dem jetzt zugelassenen Modell werden in nächster Zeit weitere Anbieter erwartet. Dies wird es den bisher noch in der Vorbereitungsphase befindlichen Praxisverwaltungssystemanbietern erleichtern, den von ihnen betreuten Praxen Angebote zu unterbreiten. Mit der wachsenden Angebotsbreite ist auch zu erwarten, dass die Preise sich entsprechend weiterentwickeln werden.

Für Sie in der Praxis bedeutet dies, dass Sie nun alles entsprechend für die Umstellung vorbereiten sollten. Wir haben dafür umfassende Informationen auf unserer Webseite zur Verfügung gestellt. Unter dem Thema Telematik Infrastruktur (http://www.kvsa.de/praxis/it_in_der_praxis/telematik_infrastruktur.html) erhalten Sie z. B. Informationen, wie Sie den elektronischen Praxisausweis (SMC-B Karte) bestellen können und welche Systeme derzeit für den Einbau zertifiziert sind. Wir fürchten, dass zum Jahresende ein hoher Bedarf entstehen wird und es insofern sinnvoll ist, die Umstellung demnächst oder in der Jahresmitte zu planen. Hierzu ist eine intensive Absprache mit Ihrem Softwarehaus erforderlich.

Uns ist bewusst, dass diese Umstellung in der Praxis eine zusätzliche Belastung neben den täglichen Aufgaben darstellt, aber wir müssen andererseits auch feststellen, dass es ein „Weiter so“ wie bisher nicht geben kann, denn die allgemeine Entwicklung in anderen Bereichen überholt uns immer mehr. Längst ist es üblich geworden, bargeldlos zu bezahlen, wobei eine zeitgleiche Prüfung der Kontodeckung elektronisch erfolgt. Ähnlich wird es sich mit dem Versichertenstammdatenabgleich verhalten, wenn die Krankenversichertenkarte eines Patienten eingelesen wird. Auch hier wird zukünftig geprüft, ob der Patient bei seiner Krankenkasse noch versichert ist und die Daten auf der Karte noch korrekt sind. Aber das ist nur ein erster Schritt - zukünftig wird die gesamte Kommunikation im Gesundheitswesen über diese gesicherten Datenautobahnen laufen. Das wird dann auch den elektronischen Arztbrief betreffen, die Datenübermittlung zwischen Krankenhaus und Arztpraxis, aber auch den Notfalldatensatz und den elektronischen Medikationsplan auf der Krankenversichertenkarte. Wir werden uns dafür einsetzen, dass es wie gesetzlich vorgesehen, zu keiner finanziellen Belastung der Praxen kommt. Die bisher beschlossenen Finanzierungsvereinbarungen sind ebenfalls auf der o. g. Webseite zu finden. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte telefonisch oder per Mail an unsere Mitarbeiter im IT-Service unter der Rufnummer 0391 627-7000 und E-Mail: it-service@kvsa.de

Ihr
Burkhard John