Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Editorial PRO 1/2021

Ein neues Jahr – große Herausforderungen

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

das Corona-Jahr 2020 liegt hinter uns. Ein Jahr mit ganz besonderen Herausforderungen neben den vielen alltäglichen Problemen. Auch das neue Jahr wird einiges von uns abverlangen. Wir werden es gemeinsam meistern, da sind wir uns sicher.

Mit dem neuen Jahr begrüßen wir in unserer Mitte auch unseren neuen Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt. Dr. Jörg Böhme tritt die Nachfolge von Dr. Burkhard John an. Er ist seit Jahren auf Landesebene berufspolitisch engagiert und daher mit der ärztlichen Selbstverwaltung gut vertraut. Eine wichtige Voraussetzung, um im Sinne der Vertragsärzte und -psychotherapeuten den beschrittenen Weg gemeinsam fortzusetzen und weiterzuentwickeln, jedoch auch offen zu sein für neue Ideen und Ansätze.

Wie wird das Jahr 2021 werden? Wird es durch die verschiedenen Corona-Maßnahmen und der Impfstrategie des Landes möglich sein, die rasante Ausbreitung von Covid-19 in den Griff zu bekommen? Im Impfen gegen Corona liegt nun die große Hoffnung. Die Ärzteschaft unterstützt, wo es nur möglich ist. Viele Kollegen müssen ihren Praxisalltag neu strukturieren, um Zeit für den Einsatz in den Impfzentren und in den Fieberambulanzen zu haben. Sie überlegen, wie sie die Impfung gegen Corona in den Praxisablauf integrieren können. Danke für Ihr Engagement!

Es wird eine organisatorische Meisterleistung nötig sein, das ist uns bewusst. Ihre Patienten brauchen Sie – vor allem die chronisch Erkrankten, aber auch diejenigen, die zum regelmäßigen Check-up oder mit einem ganz normalen Infekt kommen. Gerade ältere multimorbide Menschen leiden sehr unter den Kontaktbeschränkungen. Da ist und wird der (Haus)Besuch des Hausarztes für sie mitunter der wichtigste Termin der Woche. Selbst wenn gefühlt die Corona-Pandemie den Alltag bestimmt: Unsere anderen Patienten behandeln sich nicht allein.

Das Einhalten der AHA-Regeln, die das Verbreiten des Coronavirus eindämmen sollen, bringt noch einen weiteren positiven Effekt mit sich: Denn auch das Grippevirus kann sich bei Abstand, Hygiene und Alltagsmaske nicht so schnell verbreiten. Zumal die Impfbereitschaft viel höher ist als in den Jahren zuvor. Den meisten Menschen ist klar, dass ihr Immunsystem mit zwei Krankheiten enorm belastet wäre. Da die klassische Grippezeit bis in den März hinein geht und die Gefahr einer Infektion mit dem Corona- oder dem Influenzavirus aktuell sehr hoch ist, können Sie Ihren Patienten immer noch zu einer Grippeschutzimpfung raten. Einige Ärzte hatten zwischenzeitlich einen Engpass beim Impfstoff. Doch mittlerweile sollte die nächste Charge eingetroffen sein. Zudem stellt das Bundesministerium für Gesundheit eine Reserve von 6 Millionen Impfdosen zur Verfügung.

Neben diesen Herausforderungen wird auch die Digitalisierung der Praxen Anstrengungen erfordern. Wir werden weiterhin versuchen, die Politik davon zu überzeugen, die Geschwindigkeit und den Druck zu reduzieren.

Verbinden wir das neue Jahr also mit der Hoffnung, dass aus der Corona-Pandemie eine beherrschbare oder wenigstens eine halbwegs handhabbare Größe wird. Und dass wir auch weiterhin gut durch die Grippezeit kommen, damit unsere Praxen nicht noch mehr belastet werden. Und obwohl der Patient in unserem täglichen Tun im Mittelpunkt steht: Achten Sie auch auf sich und Ihr Praxispersonal.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund und voller Energie, sich den Herausforderungen zu stellen, die das Jahr 2021 für uns bereithält. Wir werden sie gemeinsam angehen.

Jörg Böhme
Holger Grüning
Mathias Tronnier