Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt

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Editorial PRO 1/2018

Ambulante Versorgung braucht angemessene Finanzierung

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wir hoffen, Sie und Ihre Angehörigen konnten erholsame Feiertage und einen friedlichen, optimistischen Jahreswechsel verbringen und starten mit frischer Energie und  neuen Plänen in das Jahr 2018. Für viele war sicherlich auch Gelegenheit, das nun hinter uns liegende Jahr zu bilanzieren und einiges von dem gedanklich vorwegzunehmen, was Sie im neuen Jahr angehen wollen.

Interessant und auch für uns berufspolitisch wichtig wird sich der Fortgang der Regierungsbildung zeigen. Deutschland braucht schnellstmöglich eine stabile und entscheidungsfähige Regierung. Zu drängend sind auch die Probleme im Gesundheitswesen, die einer Lösung nähergebracht werden müssen.

Unsere medizinische Versorgung in Deutschland ist beispielgebend und es ist aus unserer Sicht in keiner Weise notwendig, dieses System grundlegend zu reformieren. Natürlich kann man auch ein gutes System weiter verbessern, z.B. im Sinne der Optimierung der Struktur der Versorgung. Die KBV hat in ihrem Konzept „Versorgung 2020“ hierzu gute Vorschläge unterbreitet. Auch müssen wir immer noch auf die Akzeptanz hoffen, dass eine unterschiedlich hohe Morbidität der zu  versorgenden Bevölkerung in den einzelnen Bundesländern auch unterschiedlich hohe Aufwände verursacht, die bei der Bereitstellung der finanziellen Mittel berücksichtigt werden müssten. Leider ist derzeit der Einfluss der Krankheitslast auf die Mittelbereitstellung lediglich auf die Betrachtung der Veränderung der Morbidität begrenzt. Allerdings ist niemals eine Feststellung der bestehenden Morbidität erfolgt, also eine gleiche Ausgangslage geschaffen worden. Der fehlende Schritt der einmaligen Anpassung der Mittel an den tatsächlichen Bestand der Morbidität ist folglich weiterhin nicht möglich. Damit setzen wir bei allen Veränderungen immer noch auf einem falsch niedrigen Wert auf. Dies ist keine einsame Erkenntnis der KVSA. Bei Diskussionen und Veranstaltungen zum Thema ergeben sich selbst aus Beiträgen von Krankenkassenvertretern diese Zusammenhänge. Nur bei den Verhandlungen zu der Gesamtvergütung werden diese Aspekte nicht mehr gern gesehen.

Hier kann uns nur der Weg über politische Ebenen helfen, mit dem Ziel, den Rechtsrahmen zu verändern, um eine Berücksichtigung der vorhandenen Morbidität zu erreichen. Diesen begonnenen Weg werden wir im neuen Jahr weiter beschreiten.

Ihnen wünschen wir für das begonnene Jahr beste Gesundheit und viel Freude am Arztberuf.

Burkhard John
Holger Grüning
Mathias Tronnier