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Warum werde ich in ganz bestimmte ausgewählte Praxen eingeladen?

Nur bestimmte Praxen, so genannten Screening-Einheiten, dürfen Früherkennungsmammographien anbieten, weil sie strengen Qualitätskontrollen unterliegen. Nur wenn die Einheiten den Qualitätsanforderungen nach Krebsfrüherkennungs-Richtlinien und Bundesmantelvertrag genügen, dürfen sie Frauen untersuchen.

Warum werden nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren eingeladen?

Die Krebsfrüherkennungs-Richtlinien regeln, wer an der Untersuchung teilnehmen darf. Demnach haben nur Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Screening-Mammographie. Grundlegend für die Vorgaben in diesen Richtlinien sind die Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings, dritte Auflage. Sie gehen zurück auf Erfahrungen mit Mammographie-Screening in anderen europäischen Ländern. In den Niederlanden, Großbritannien und Schweden wurde mit Mammographie-Screening in dieser Altersgruppe sehr gute Ergebnisse erzielt. Diese Erfahrungen werden zudem von Studien belegt, die zeigen, dass Frauen dieser Altersgruppe den größten Nutzen von einer regelmäßigen Teilnahme haben und dass in der Altersgruppe der 50 bis 70jährigen Frauen die Brustkrebssterblichkeit gesenkt werden kann.

Ich bin noch nicht 50 Jahre alt, möchte aber gerne am Programm teilnehmen.

Das ist leider nicht möglich. Der Anspruch auf eine Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist gesetzlich geregelt, und zwar in den Krebsfrüherkennungs-Richtlinien; Ausnahmen gibt es nicht. Sollten Sie aber Beschwerden haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt in Verbindung, um die Auffälligkeiten abklären zu lassen.

Ich möchte lieber in die radiologische Praxis gehen, wo ich immer hingehe.

Die Früherkennungsmammographie wird ausschließlich in so genannten Mammographie-Einheiten angeboten, die auf Früherkennungsmammographien spezialisiert sind. Der Grund: Die Arbeitsschwerpunkte von Ärzten, die im Screening arbeiten, unterscheiden sich von denjenigen Ärzten, die mammographieren, um Verdachtsfälle abzuklären. Im Screening ist zum Beispiel damit zu rechnen, dass nur bei wenigen Prozent der untersuchten Frauen Auffälligkeiten vorhanden sind und entdeckt werden, überdies wird die Tumorgröße im Schnitt deutlich kleiner sein. Dies hat zur Folge, dass bei der Interpretation von Screening-Bildern anders vorgegangen werden muss. Darauf werden die Ärzte in speziellen Kursen vorbereitet. Zudem müssen die Ärzte Aufnahmen von mindestens 5.000 Frauen pro Jahr befunden. Nur so kann eine Routine gewährleistet werden, denn im Rahmen des Programms bekommt der Arzt bei 5.000 Frauen "nur" 20 Karzinome zu sehen.

Ich habe gehört, die Geräte seien anders als bei der normalen Mammographie. Stimmt das?

Die Behauptung, die Geräte seien anders, trifft so nicht zu. Es trifft aber zu, dass es für alle Geräte strenge Vorgaben gibt. Festgeschrieben sind die Vorgaben im Bundesmantelvertrag. So wird gewährleistet, dass die Apparate den modernsten Standards entsprechen. Ob die Anforderungen auch tatsächlich erfüllt werden, wird tagtäglich überprüft, und zwar durch externe Einrichtungen. Geräte, welche die Standards nicht erfüllen, dürfen nicht eingesetzt werden.

Wer hat das Mammographie-Screening beschlossen?

Die Einführung des Mammographie-Screenings geht zurück auf Modellversuche der gemeinsamen Selbstverwaltung (Krankenkassen und Ärzte) sowie einen Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2002. Es wurde einstimmig beschlossen, ein qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie einzuführen, und zwar auf der Grundlage der Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings. Im Januar 2004 sind die entsprechenden Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen zur Einführung des Screenings in Kraft getreten.