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Zu einem ersten Treffen mit Vertretern der Selbsthilfe aus Magdeburg und Halle hatte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt für den 1 November 2006 eingeladen. Der geschäftsführende Vorstand der KV, Mathias Tronnier, begrüßte zehn Vertreter von acht Selbsthilfegruppen sowie die beiden Leiterinnen der Kontakt- und Beratungsstellen für die Selbsthilfe, Christel Leidt aus Magdeburg und Meik Voigt aus Halle zur ersten Runde des gemeinsamen Austausches und betonte, dass aus dieser Initiative ein intensiverer, regelmäßiger Kontakt erwachsen möge.
Dass eine gute Zusammenarbeit von Selbsthilfegruppen mit Ärzten aller Fachrichtungen für beide Seiten Gewinn bringt, konnte Professor Dr. Wolfgang Slesina, Leiter der Sektion Medizinische Soziologie der Martin-Luther-Universität Halle, mit seinem Vortrag über die Studie "Kooperation von Ärzten und Selbsthilfegruppen" belegen. Innerhalb der Studie wurden niedergelassene Ärzte und in der Selbsthilfe engagierte Bürger zur gegenwärtigen Situation sowie zu bestehenden Problemen und Wünschen und Erwartungen auf beiden Seiten befragt.
Ziele der Studie waren
Die Ergebnisse der Befragung mündeten in praktischen Hinweisen, was Ärzte und Selbsthilfegruppen tun können, um Kontakte herzustellen, zu pflegen und auf beiden Seiten aus dieser Zusammenarbeit Nutzen zu ziehen.
Was können Ärzte tun?
Was können Selbsthilfegruppen tun?
Auf dieser Diskussionsgrundlage entspann sich zwischen der gastgebenden KV und den Vertretern der Selbsthilfe ein angeregter Austausch darüber, wie diese Vorstellungen und Wünsche beider Seiten Schritt für Schritt t realisiert werden können. Tronnier regte an, über zweimalige Treffen im Jahr zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit zu kommen. Darüber hinaus könnte den Ärzten das Anliegen der Selbsthilfe durch die Kreisstellensprecher näher gebracht werden. Das Angebot, die Zeitschrift für die Ärzte des Landes, PRO, als Plattform für die Bekanntgabe von Initiativen der Selbsthilfegruppen oder bestimmten Terminen, werde, so Tronnier, bereits seit längerem genutzt. Dies könne u.a. um die Möglichkeit kurzer Darstellungen sowohl im Patienten- als auch im ärztlichen Bereich des Internetauftritts der KV erweitert werden.
Die Teilnehmer bestätigten, dass jeder kleine Schritt wichtig und hilfreich sei, um Berührungsprobleme auf beiden Seiten abzubauen und zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe zu kommen. Dieser Aspekt war allen besonders wichtig. Die beiden Leiterinnen der Kontaktstellen, in Magdeburg unter der Trägerschaft der Caritas und in Halle angesiedelt beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, bekräftigten in der Diskussion, dass es sinnvoll sei, als ersten Schritt den Ärzten diese Kontaktstellen bekannter zu machen, da sie die Plattform für sehr viele Selbsthilfegruppen sind. Das Magdeburger Projektteam "Selbsthilfe im Gesundheitswesen" (siehe PRO 8, S. 256) unter der Leitung von Lothar Ludwig ergänzte, dass es seine Initiative als einen weiteren Weg sehe, die Arbeit der Selbsthilfe zu intensivieren und auf eine breite partnerschaftliche Basis zu stellen.
Slesina betonte, die Studie der MLU habe vor allem deutlich gemacht, dass es ständiger Aktivitäten und vieler kleiner Schritte bedarf, Ansätze von Gemeinsamkeit zu fördern und Informationen jederzeit vielen Ärzten zugänglich zu machen. Dies fördere Lerneffekte und diese wiederum könnten das gesamte Anliegen in die Breite tragen.